Ostalbkreis treibt die Förderung von Fuß- und Radverkehr voran

Am 4. Februar 2026 drehte sich im Großen Sitzungssaal des Ostalbkreises alles um die Zukunft des Fuß- und Radverkehrs.

Mehr als zwanzig Vertreterinnen und Vertreter der kreisangehörigen Städte und Gemeinden kamen zum AGFK-Seminar „Mehr Fuß und Rad im Kreis“ zusammen, um sich über Wege zur Stärkung der aktiven Mobilität auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Das Seminar, das die AGFK gemeinsam mit dem jeweiligen Mitgliedslandkreis organisiert, verfolgt das Ziel, die Verantwortlichen für Rad- und Fußverkehr im Kreis miteinander zu vernetzen und zentrale Themen der Mobilitätsförderung vor Ort zu besprechen. Der Landkreis übernimmt dabei eine Schlüsselrolle: Er koordiniert die kreisweite Zusammenarbeit, berät die Kommunen fachlich und treibt eine gemeinsame Strategie für den Rad- und Fußverkehr voran. Wie wichtig der Landkreis für die Förderung des Rad- und Fußverkehrs ist und dass der Ostalbkreis diese Aufgabe mit großem Engagement wahrnimmt, unterstreicht auch Landrat Dr. Joachim Bläse in seinem Grußwort.

Kommunen haben bei der Rad- und Fußverkehrsförderung mit der StVO‑Novelle 2024 nun mehr Handlungsspielräume für sichere, klimafreundliche Mobilität. So können Radwege, Tempo‑30‑Zonen und verkehrsberuhigte Bereiche einfacher ausgewiesen werden, da neben der Verkehrssicherheit erstmals auch Klima‑, Umwelt‑ und Gesundheitsziele sowie städtebauliche Aspekte gesetzlich berücksichtigt werden. Auch Schulstraßen und Schulzonen können leichter eingerichtet werden. „Und die sind ein wichtiges Instrument, wenn es um die eigenständige Mobilität und die Sicherheit von Kindern geht“, betont Simon Abele aus dem Referat 46 – Verkehrsrecht, Verkehrssicherheit vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg. Diese neuen Spielräume versetzen Städte und Gemeinden in die Lage, den täglichen Radverkehr gezielt zu stärken und zugleich sichere Übergänge für Fußgängerinnen und Fußgänger zu gestalten.

Aufwertung von Ortsmitten zu „kommunalen Wohnzimmern“

Ein weiteres Kernthema war die Aufwertung von Ortsmitten zu lebendigen, verkehrsberuhigten Aufenthaltsbereichen – sogenannten „kommunalen Wohnzimmern“. Das Land Baden-Württemberg stellt hierfür drei Unterstützungsbausteine bereit: Visualisierungen zur Diskussion möglicher Umgestaltungen, die fachliche Analyse und Bewertung der Ortsmitte durch ein Planungsbüro sowie die zeitweise Bereitstellung von Straßenmobiliar für praktische Erprobungen. Für AGFK-Mitgliedskommunen sind alle Angebote sogar kostenfrei. „Uns war wichtig, den Aufwand für die Kommunen möglichst gering zu halten“, erklärte Melanie Kupferschmid von der NVBW und ermunterte die Teilnehmenden, mutig erste Schritte auszuprobieren.

Neben guter Planung braucht es für die Umsetzung von Maßnahmen im Rad- und Fußverkehr sowie in Ortsmitten auch finanzielle Unterstützung. Welche Projekte unter welchen Bedingungen förderfähig sind, erläuterte Niklas Michel vom Regierungspräsidium Stuttgart. So können unter anderem Neu-, Um- und Ausbaumaßnahmen im Bereich Rad- und Fußverkehr sowie in Ortszentren über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) bezuschusst werden.

Neben den im Radverkehrskonzept vorgeschlagenen Maßnahmen und der Aktualisierung der wegweisenden Beschilderung zeigte Raphael Krebs, Radverkehrskoordinator des Landkreises, insbesondere die laufenden Aktivitäten in der Öffentlichkeitsarbeit auf. So gibt es im Landkreis u.a. eine Verkehrssicherheitskampagne mit verschiedenen Materialien und Aktionen sowie Dauerzählstellen für den Radverkehr, die zukünftig noch weitere spannende Erkenntnisse für die Radverkehrsförderung liefern. „Das Seminar hat wertvolle Impulse für die Förderung des Rad- und Fußverkehrs im Ostalbkreis gesetzt und die Vernetzung der verschiedenen Akteurinnen und Akteure weiter gestärkt“, resümierte Lukas Dreher, Fachbereichsleiter Nachhaltige Mobilität im Ostalbkreis. Jakob Kittel aus der AGFK-Geschäftsstelle rief die Teilnehmenden dazu auf, die Strukturen im Landkreis und die Vorteile der AGFK-Mitgliedschaft aktiv zu nutzen.

Alle Präsentationen der Vortragenden finden Sie hier.