Fußverkehr ist ein zukunftsweisendes Thema und verdient mehr Aufmerksamkeit

Ende September luf die AGFK Niedersachsen/Bremen zur 2. Fußverkehrskonferenz Niedersachsen/Bremen ein. Fußverkehr ist ein zukunftsweisendes Thema, das mit kreativen und pragmatischen Lösungen gefördert werden kann. Angesichts seiner Bedeutung im städtischen Verkehr verdient er deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Vergangene Woche lud die AGFK Niedersachsen/Bremen zur 2. Fußverkehrskonferenz nach Verden (Aller) ein. Etwa 100 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken, rund ein Viertel mehr als im vergangenen Jahr! Aus Baden-Württemberg waren das Ministerium für Verkehr mit einer Präsentation zur Fußverkehrsförderung des Landes sowie die AGFK-Geschäftsstelle vor Ort, um Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Dr. Caroline Koszowski (TU Dresden) zeigte auf, wie Städteplanung und Aufenthaltsqualität das Zufußgehen fördern. Sie betonte, dass Fußverkehr immer aus Bewegung und Verweilen besteht und interdisziplinäres Denken erfordert. Besonders urbane Mischgebiete und qualitativ hochwertige Straßenräume begünstigen das Gehen.

Markus Streng (Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg) stellte die Ziele, Aktivitäten und Fördermöglichkeiten des Landes vor, mit Fokus auf Hauptfußwege, Schulwege und Ortsmitten. Das Land versteht sich dabei als Partner der Kommunen.

Dr. Olaf Dilling (Rechtsanwalt) erläuterte neue Möglichkeiten für die Fußverkehrsförderung durch die StVO-Novelle 2024, etwa erleichterte Anordnungen von Tempo 30, Fußgängerüberwegen und Bewohnerparkgebieten. Er motivierte die Kommunen zur Nutzung der neuen Möglichkeiten. Aus seiner Sicht bietet die Reform geeignete Elemente, um sich daraus eine fußgängerfreundliche Kommune zusammenzupuzzeln.

In einem Talk zwischen Lutz Brockmann (Bürgermeister Verden) und Milena Schuster (AGFK-Vorstandsmitglied, Stadt Nordhorn) wurde deutlich: Fußgänger:innen bilden noch immer die stille Mehrheit – ihre Anliegen benötigen stärkere Lobbyarbeit und Aufmerksamkeit.

Am Nachmittag waren die Teilnehmenden auf Exkursion zu Fuß unterwegs. Thematisch ging es um Verkehrssicherheit auf Schulwegen, an Querungsanlagen und Knotenpunkten. Auch neuere Themen kamen zur Sprache. So etwa die resiliente und fußgängerfreundliche Innenstadt mit Klimaoasen oder der Stadtraum aus Sicht von Personen, die Care-Arbeit leisten Bei einer der Begehungen konnten die Teilnehmenden dem Sicherheitsauditor Thomas Schuh über die Schulter schauen, um gemeinsam mit ihm Knotenpunkte in Verden zu analysieren und Defizite im Straßenraum zu ermitteln. Das Audit (d.h eine systematische und objektive Überprüfung) liefert Kommunen einen Blick von außen und benennt die Mängel im betrachteten Straßenraum. Aufgabe der Kommune ist es, die Erkenntnisse abzuwägen und bei Bedarf Lösungen zu entwickeln.

Die Teilnehmenden waren sich einig: Fußverkehr ist ein zukunftsweisendes Thema, das mit kreativen und pragmatischen Lösungen gefördert werden kann. Angesichts seiner Bedeutung im städtischen Verkehr verdient er deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Abgeschlossen wurde die Konferenz durch einen Überblick von Sophie Kocherscheidt (AGFK-Geschäftsstelle Niedersachsen/Bremen) über die Angebote und Veröffentlichungen der AGFK zum Thema Fußverkehr.

Link: https://www.agfk-niedersachsen.de

Link: https://www.agfk-bw.de/weiterbildung/details/schnell-umsetzbare-infrastrukturmassnahmen-5256