Einfacher ans Ziel mit Schnellmaßnahmen für Fuß- und Radverkehr

Gerät die lokale Radverkehrsförderung wegen angespannten Haushaltslagen ins Stocken? Keinesfalls, denn neben großen baulichen Maßnahmen für Fuß- und Radverkehr lassen sich viele Verbesserungen verhältnismäßig schnell und kostengünstig erreichen. Das digitale Fachseminar inspirierte die Teilnehmenden für solche pragmatischen Lösungen und verdeutlichte, wie eine schnelle Umsetzung gelingen kann.

Zu Beginn machte Ralf Kuschel, Referent für Nachhaltige Mobilität und Öffentlicher Verkehr beim Landkreistag BW klar, dass die Kommunen anstelle von Bürokratie und Förderkomplexität schnell umsetzbare und praxisnahe Maßnahmen benötigen. Einen wichtigen Beitrag hierzu wird die gemeinsame Publikation „Schnellmaßnahmen für mehr Qualität im Rad- und Fußverkehr“ der AGFK-BW mit Städtetag BW, Gemeindetag BW und Landkreistag BW liefern, die in Kürze erscheint.

Thiemo Graf vom AGFK-Fachbüro Innovative Städte gab bereits erste Einblicke in die Publikation, welche in Form einer Loseblattsammlung erscheinen wird. Das hat den Vorteil, dass sie leicht auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten werden kann. Neben einer Übersicht zu grundlegenden Arbeitswerkzeugen wie Erlassen und Musterlösungen beinhaltet die Loseblattsammlung Maßnahmen wie die gemeinsame Führung von Bus- und Radverkehr (Busspur) oder das Verbot des Überholens einspuriger Fahrzeuge. Die Publikation wird für Sie ein gut gefüllter Werkzeugkoffer sein, mit dem Sie schnell Erfolge erzielen können.

In einem Interview gaben Andrea Wexel (Straßenbau, Planung und Entwurf / Radverkehr) aus dem Enzkreis und Martin Stehr (LeiterAbteilung Mobilität und Verkehr) aus der Stadt Lahr Einblicke in weitere vor Ort umgesetzte Schnellmaßnahmen. Frau Wexel berichtete von einem kostengünstigen Provisorium für einen vorgezogenen Seitenraum, welcher schließlich zu einem Fußgängerüberweg wurde. Herr Stehr beschrieb die Verbesserung einer Durchfahrtssituation für Radfahrende durch einen Modalfilter anstelle eines „Drängelgitters“, der in wenigen Wochen umgesetzt wurde. Diese Beispiele zeigen: Kostengünstige und schnelle Lösungen sind in manchen Kommunen bereits Alltag.

Zum Abschluss berichtete Andreas Konrad (Leiter Stadtplanung und räumliche Entwicklung) aus der Stadt Walldorf, wie nach einem Fußverkehrscheck ebenfalls viele Maßnahmen wie die Markierung von Gehbereichen oder Fußgängerüberwegen auf kommunalen Straßen schnell umgesetzt werden konnten. Dabei betonte er, dass es oft zielführender ist, nicht auf die „1A Lösung“ zu warten, sondern lieber mit temporären Maßnahmen zu starten und erst im zweiten Schritt z.B. im Zuge sowieso anstehender Sanierungsarbeiten größere Umbauten umzusetzen. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie die Begleitkommunikation von Maßnahmen sind wichtig, damit die Maßnahmen bekannt werden und auch von der Bevölkerung akzeptiert werden.

Die im Seminar gezeigten Inhalte fließen in die Loseblattsammlung „Schnellmaßnahmen für mehr Qualität im Rad- und Fußverkehr“ ein, die den AGFK-Mitgliedskommunen nach Veröffentlichung zugestellt wird.

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