Zeitgemäße Signalisierung als Schlüssel für sichere und attraktive Mobilität: Digitales Fachseminar zeigt praxisnahe Wege für Kommunen

Wie können Kommunen die Signalisierung für Zufußgehende und Radfahrende im Zuge der Mobilitätswende sicher, attraktiv und zukunftsfähig gestalten? Das digitale Fachseminar der AGFK-BW am 11.12.2025 zum Thema „Signalisierung des Fuß- und Radverkehrs in Zeiten der Mobilitätswende“ zeigte eindrücklich, dass Städte und Gemeinden viel erreichen können, wenn sie bei der Lenkung der Verkehrsströme rechtliche Vorgaben und technische Innovationen sinnvoll miteinander verknüpfen.

Deutlich wurde, welche zentrale Rolle der Signalisierung dabei zukommt, Fuß- und Radverkehr an Knotenpunkten sichtbarer zu machen, gezielt zu priorisieren und sicher in den Verkehrsfluss zu integrieren. Expertinnen und Experten aus Planung und Praxis veranschaulichten, wie aktuelle technische Systeme genutzt und variable Signalprogramme dazu beitragen können, den Umweltverbund nachhaltig zu stärken.

Mit der wachsenden Bedeutung des Umweltverbunds rücken auch die Anforderungen an eine zeitgemäße Signalisierung des Fuß- und Radverkehrs zunehmend in den Fokus. Einer der Beiträge widmete sich den innovativen Möglichkeiten der Signalisierung auf Grundlage der geltenden Regelwerke. Sebastian Miesner zeigte dabei auf, warum eine Überarbeitung zentraler Regelwerke wie der RiLSA und der HSRa erforderlich ist und welche Impulse sich daraus für die kommunale Praxis ergeben. Zentraler Punkt bei der Überarbeitung der Regelwerke ist die Sicherheit: Die konfliktfreie Signalisierung wird bevorzugt, die bedingt verträgliche Signalisierung benötigt eine gute Begründung. Patrick Gajowski von PB Consult forderte die Kommunen auf, einen Paradigmen-Wechsel vorzunehmen, indem der Verkehrsfluss an die Bedürfnisse der Menschen angepasst wird und das Auto nur zu Gast ist.

Die Teilnehmenden erhielten einen kompakten Überblick über neue fachliche Leitlinien – von der konfliktfreien Signalisierung bis hin zu erweiterten Anforderungen an Komfort und Sicherheit vor allem auch für den Fußverkehr. Praxisnahe Beispiele, unter anderem vorgestellt von Maya Kayser von der Stadt Hamburg, verdeutlichten, wie moderne Lösungen wie längere Grünzeiten, optische Geschwindigkeitsempfehlungen oder Dauergrün bereits heute zur Stärkung des Fuß- und Radverkehrs beitragen können. Darüber hinaus gab Lars Ruth von der Tiefbauabteilung der Stadt Dortmund einen Ausblick auf spannende Pilotprojekte zu Dauergrün für Zufußgehende an einem Schulstandort und zur Pulk-Erkennung, die es ermöglicht, große Fußgängermengen schnell abzuleiten.

Deutlich wurde zudem, dass fuß- und radverkehrsfreundliche Signalisierung sehr facettenreich ist und verschiedenste technische Lösungen zum Einsatz kommen können. Die Weiterentwicklung von Regelwerken wie RiLSA und HSRa schafft für Kommunen einen strategischen Orientierungsrahmen, um Lichtsignalanlagen gezielt im Sinne des Umweltverbunds weiterzuentwickeln. Die Umkehr der klassischen Ampel-Priorisierung, angepasste Signalprogramme, zeitgemäße Detektionsverfahren, beispielweise mit Pulkerkennung, oder Visualisierungen von Geschwindigkeitsempfehlungen bieten dabei zahlreiche Handlungsspielräume. Sie unterstützen Kommunen, Maßnahmen für mehr Sicherheit, Komfort und Attraktivität des Fuß- und Radverkehrs wirksam und praxisnah umzusetzen.

Die vorgestellten Inhalte machten klar: Wer bei der Signalisierung konsequent bestehende Handlungsspielräume nutzt, kann auf diese Weise den Grundstein für eine gleichberechtigte und selbstaktive Mobilität – und damit für lebenswertere Städte und Gemeinden, legen.

Hier geht es zu den Präsentationen der Referierenden.