Landkreis Göppingen

Eckdaten

  • 252.002 Einwohner
  • Gründungsmitglied der AGFK-BW
  • Fläche: 642,36 km²
  • Teil der Metropolregion Stuttgart und der Verbundregion Stuttgart

Was wurde bisher umgesetzt?

Am 03.05.2014 wurde der Landkreis Göppingen als erster in Baden-Württemberg von Verkehrsminister Winfried Hermann als „Fahrradfreundlicher Landkreis ausgezeichnet. Damit würdigte die Prüfkommission des Landesbündnisses ProRad die Bemühungen des Kreises und seiner Städte und Gemeinden bei der Förderung des Radverkehrs. Basis für diese Auszeichnung sind die Radverkehrskonzeption des Landkreises, der Ausbau der touristischen Radrouten sowie Informations- und Kommunikationskampagnen rund um das Thema Fahrrad.

Am 22.07.2011 wurde im Kreistag die Radverkehrskonzeption des Landkreises Göppingen als künftiger Rahmenplan zur Ausgestaltung der Radwegeinfrastruktur beschlossen. Insgesamt wurde ein Netz von 830 km Länge konzipiert und bezüglich seiner Eignung für die Bedürfnisse des Radverkehrs analysiert. Somit entstand ein insgesamt 466 Einzelmaßnahmen umfassendes Maßnahmenbündel. Ab dem Haushaltsjahr 2012 investiert der Landkreis jährlich € 100.000 in die Radverkehrsinfrastruktur. Davon fließen € 50.000 als Fördermittel in Maßnahmen in der Baulast der 38 Städte und Gemeinden. Die Förderrichtlinien für das Programm wurden am 10.01.2012 im Ausschuss für Umwelt und Verkehr beschlossen.

Am 10. Februar 2010 erfolgte zudem der Auftakt zum Programm „Fahrradfreundlicher Landkreis“, welches hauptsächlich „weiche Faktoren“ umfasst. Hierfür wurden drei Arbeitsgruppen gebildet.

  • AG 1 beschäftigt sich mit den Perspektiven des Fahrradtourismus. Inhalte sind die Konzeption eines touristischen Routennetzes, die Erstellung einer Marketingkonzeption sowie Serviceangebote und Fahrradvermietung einzurichten.
  • Die Förderung des sicheren Radfahrens im Alltag ist Aufgabe von AG 2. Hierbei geht es um Maßnahmen zur Gestaltung der Wege zur Schule und zur Arbeit.
  • Die dritte Arbeitsgruppe sorgt für die Verbindung des Fahrrads mit dem ÖPNV. Die Ziele sind eine Mitnahme des Rads per Bus zu ermöglichen und Abstellanlagen an Bushaltestellen einzurichten.

Ergebnisse der Arbeitsgruppe 1 "Perspektiven des Fahrradtourismus"

Im Jahr 2012 erfolgte die Eröffnung von insgesamt sechs neuen Radtouren im Landkreis Göppingen, darunter die erste vom ADFC mit vier Sternen ausgezeichnete Radtour auf der Schwäbischen Alb.
Der Albtäler-Radweg führt auf 186 Kilometern durch die schönsten Täler im GeoPark Schwäbische Alb. Ursprüngliche Albdörfer, reizende Städtchen, urige Einkehrmöglichkeiten und freundliche Gastgeber geben sich ein Stelldichein. (Weitere Informationen finden Sie hier).

Die Stauferroute führt an interessanten und wichtigen Stätten der Staufischen Geschichte vorbei. Die Tour erstreckt sich über 55 Kilometer (608 Höhenmeter) und verbindet die Stauferstädte Göppingen und Schwäbisch Gmünd. (Weitere Informationen finden Sie hier).

Die 3-Kaiserbergroute führt an allen drei sogenannten „Kaiserbergen“ vorbei. Die technisch vergleichsweise anspruchsvolle Radtour erstreckt sich über 51 Kilometer (669 Höhenmeter). (Weitere Informationen finden Sie hier).

Die Obstroute führt auf einer Gesamtlänge von 35 Kilometern durch die herrliche Streuobstlandschaft des Voralblands. (Weitere Informationen finden Sie hier).

Die Voralbroute führt über 30 Kilometer durch das sanft hügelige Vorland der Schwäbischen Alb. Durch die sanften Höhenunterschiede eignet sie sich auch hervorragend für Familien. (Weitere Informationen finden Sie hier).

Der Albtrauf ist Namensgeber der neuen, exakt 100 Kilometer langen, landschaftlich und kulturell sehr abwechslungsreichen Fahrradroute im Landkreis Göppingen und seinen Nachbarregionen. (Weitere Informationen finden Sie hier).

Die Östliche Schurwaldroute führt an dem schönen „Kaisersträßle“ – der Ost-West-Verbindungslinie über den Höhenrücken des Schurwalds – entlang. Die Route erstreckt sich über rund 50 Kilometer. Das prägende Merkmal an dieser schönen Strecke ist, wie der Name schon sagt, der Wald.

Ergebnisse der Arbeitsgruppe 2 "Förderung des sicheren Radfahrens im Alltag"

Ein wichtiges Projekt dieser Arbeitsgruppe war die Durchführung eines kreisweiten Radaktionstages mit Schwerpunkten in der Verkehrserziehung- und Schulung. Dieses Projekt konnte am 16. September 2012 erfolgreich umgesetzt werden. An diesem Sonntag wurde die Bundesstraße B10 zwischen Ebersbach und Süßen/Gingen für den Kfz-Verkehr gesperrt und für Radfahrer freigegeben. Auf einer Strecke von insgesamt 20 km Länge stand erstmals im Land Baden-Württemberg den Radfahrerinnen und Radfahrern eine vierstreifige Bundesstraße zum Befahren zur Verfügung. Tausende von Radfahrerinnen und Radfahrern genossen gemeinsam mit Landrat Edgar Wolff und Landesverkehrsminister Winfried Hermann bei perfektem Wetter die Fahrt auf der breiten Straße. An insgesamt drei Standorten fanden Veranstaltungen statt, welche sich ebenfalls mit dem Thema Sicherheit beschäftigt haben. Am Berufsschulzentrum in Göppingen hat die Jugendverkehrsschule Göppingen ein Fahrradsicherheitstraining für Jung und Alt angeboten, welches auf große Resonanz gestoßen ist. Am Ausbauende der B10 bei Süßen/Gingen war der RadCheck des Landes Baden-Württemberg vor Ort, um die Fahrräder der Teilnehmer auf ihre Sicherheit zu prüfen. Am Stand des Landkreises Göppingen konnten sich die Radlerinnen und Radler zudem über die Sicherheit im Radverkehr informieren. Das Angebot wurde durch Bewirtung und Musik an diesen beiden Standorten sowie an der Auffahrt Ebersbach Ost/Uhingen West abgerundet.

Ein weiteres Projekt war die Zertifizierung des Landratsamtes als „Fahrradfreundlicher Betrieb“ durch den Landesverband des ADFC, um eine Stärkung des beruflichen Radverkehrs zu erwirken. Am 30.09.2011 wurde Herrn Landrat Edgar Wolff durch die Landesvorsitzende des ADFC, Frau Dr. Zühlke, die Auszeichnung im Zuge eines internen Radaktionstages für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überreicht. Die Durchführung dieses Aktionstages, das Aufstellen neuer Abstellanlagen, der Bau von Duschen sowie diverse kleinere Maßnahmen haben die Jury des ADFC im Endeffekt von den Bemühungen des Landratsamtes überzeugt.

Mit diesem Engagement hat das Landratsamt auch die Jury des Bundesdeutschen Arbeitskreises für umweltbewusstes Management e.V. überzeugt und die Auszeichnung als „Fahrradfreundlichster Arbeitgeber Deutschlands“ in der Kategorie 50-499 Mitarbeiter (bezogen auf den Hauptstandort) sowie die Auszeichnung „Fahrradfreundlichster Arbeitgeber Baden-Württembergs“ des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur in der selben Kategorie erhalten.

Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Verbindung des Fahrrads mit dem ÖPNV"


Mit der Gründung des Filsland Mobilitätsverbundes zum 1.1.2011 konnte die kostenlose Fahrradmitnahme in Regionalexpress und Regionalbahn im Landkreis Göppingen erreicht werden.

Aktuelle Handlungsschwerpunkte

Aktuelle Handlungsschwerpunkte im Landkreis Göppingen liegen nun vor allem in der konkreten Verbesserung der Radwegeinfrastruktur. So wurde im September 2012 das Förderprogramm des Kreises für Maßnahmen in der Baulast der Gemeinden beschlossen. Damit möchte der Landkreis Göppingen die Konzeption zusammen mit den Städten und Gemeinden sukzessive abarbeiten. Aber auch Maßnahmen die in der Baulast des Kreises liegen werden nacheinander angegangen, um ein sicheres und durchgehendes Netz für die Radfahrerinnen und Radfahrer im Stauferkreis aufzubauen. Ebenso wird in diesem Bereich die Zusammenarbeit mit Bund und Land intensiviert, um auch an Bundes- und Landesstraßen ein verkehrstüchtiges Radwegenetz zu gestalten.

Die im Jahr 2012 eröffneten Radrouten gilt es zudem einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Daher kommt es nun darauf an, diese entsprechend zu vermarkten, zum Einen durch Flyer und Werbeprospekte, zum Anderen durch das Medium Internet. Der Landkreis plant eine Broschüre, welche alle im Kreis befindlichen Routen darstellt und zusammenfasst.

Wie geht es weiter?

Der Landkreis sieht große Möglichkeiten im touristischen Radverkehr. Vor allem für Tagestouristen aus der Region Stuttgart soll über ein vielfältiges, radtouristisches Angebot das Filsland als attraktives Naherholungsziel dienen. Daher sollen die im Jahr 2012 neu eröffneten Radrouten sowie die bestehenden offensiv vermarktet werden. Es ist zudem nicht ausgeschlossen, dass weitere Radrouten das Gesamtangebot komplettieren sollen.

Aber nicht nur der Fahrradtourismus, sondern auch der Alltagsverkehr soll gefördert werden. Dafür ist eine sukzessive Umsetzung der Radverkehrskonzeption Vorrausetzung. Der Landkreis wird die Zusammenarbeit mit allen kommunalen Trägern, Land und Bund intensivieren, um die Radverkehrsinfrastruktur dauerhaft zu stärken. Dazu zählen die Knüpfung von Netzwerken und die gezielte Informationsvermittlung über die aktuellen Entwicklungen.

Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt setzt der Landkreis in der Verknüpfung der Verkehrsträger des Umweltverbundes, hier im Besonderen des Fahrrads mit dem ÖPNV. Es gilt, die in der Konzeption gesetzten Ziele motiviert anzugehen und geeignete Konzepte für eine Verbindung der Verkehrsmittel zu erarbeiten.

Aufgrund seiner bewegten Topographie setzt der Landkreis Göppingen Hoffnungen in die Entwicklungen im Bereich der Pedelecs und E-Bikes. Bereits jetzt gilt es die sich darauf für uns ergebenden Möglichkeiten und Chancen zu erkennen und geeignete Konzepte zu entwickeln. Dies gilt sowohl für den Bereich des Alltagsradverkehrs als auch für den Bereich Tourismus.

Kontakt

Landkreis Göppingen
Lorcher Str. 6
73033 Göppingen

Ansprechpartner:
Marco Schwab
Tel.: 07161-202-345
Fax: 07161/202-353
m.schwab@landkreis-goeppingen.de


Fahrradverkehr im Landkreis Göppingen