Landkreis Göppingen

Eckdaten

  • 252.002 Einwohner
  • Gründungsmitglied der AGFK-BW
  • Fläche: 642,36 km²
  • Teil der Metropolregion Stuttgart und der Verbundregion Stuttgart

Was wurde bisher umgesetzt?

Am 21.03.2017 hat der Ausschuss für Umwelt und Verkehr des Landkreises Göppingen beschlossen, mit der großzügigen Unterstützung des Landes eine Machbarkeitsstudie zum Thema Radschnellverbindungen in Auftrag zu geben. Im November desselben Jahres konnte der Auftrag vergeben und die Studie begonnen werden.

Am 03.05.2014 wurde der Landkreis Göppingen als erster in Baden-Württemberg von Verkehrsminister Winfried Hermann als „Fahrradfreundlicher Landkreis ausgezeichnet. Damit würdigte die Prüfkommission des Landesbündnisses ProRad die Bemühungen des Kreises und seiner Städte und Gemeinden bei der Förderung des Radverkehrs. Basis für diese Auszeichnung sind die Radverkehrskonzeption des Landkreises, der Ausbau der touristischen Radrouten sowie Informations- und Kommunikationskampagnen rund um das Thema Fahrrad.

Am 22.07.2011 wurde im Kreistag die Radverkehrskonzeption des Landkreises Göppingen als künftiger Rahmenplan zur Ausgestaltung der Radwegeinfrastruktur beschlossen. Insgesamt wurde ein Netz von 830 km Länge konzipiert und bezüglich seiner Eignung für die Bedürfnisse des Radverkehrs analysiert. Somit entstand ein insgesamt 466 Einzelmaßnahmen umfassendes Maßnahmenbündel. Ab dem Haushaltsjahr 2012 investiert der Landkreis jährlich € 100.000 in die Radverkehrsinfrastruktur. Davon fließen € 50.000 als Fördermittel in Maßnahmen in der Baulast der 38 Städte und Gemeinden. Die Förderrichtlinien für das Programm wurden am 10.01.2012 im Ausschuss für Umwelt und Verkehr beschlossen.
Am 10. Februar 2010 erfolgte zudem der Auftakt zum Programm „Fahrradfreundlicher Landkreis“, welches hauptsächlich „weiche Faktoren“ umfasst. Hierfür wurden drei Arbeitsgruppen gebildet.

  • AG 1 beschäftigt sich mit den Perspektiven des Fahrradtourismus. Inhalte sind die Konzeption eines touristischen Routennetzes, die Erstellung einer Marketingkonzeption sowie Serviceangebote und Fahrradvermietung einzurichten.
  • Die Förderung des sicheren Radfahrens im Alltag ist Aufgabe von AG 2. Hierbei geht es um Maßnahmen zur Gestaltung der Wege zur Schule und zur Arbeit.
  • Die dritte Arbeitsgruppe sorgt für die Verbindung des Fahrrads mit dem ÖPNV. Die Ziele sind eine Mitnahme des Rads per Bus zu ermöglichen und Abstellanlagen an Bushaltestellen einzurichten.

Ergebnisse der Arbeitsgruppe 1 "Perspektiven des Fahrradtourismus"

Im Jahr 2012 erfolgte die Eröffnung von insgesamt sechs neuen Radtouren im Landkreis Göppingen, darunter die erste vom ADFC mit vier Sternen ausgezeichnete Radtour auf der Schwäbischen Alb.
Der Albtäler-Radweg führt auf 186 Kilometern durch die schönsten Täler im GeoPark Schwäbische Alb. Ursprüngliche Albdörfer, reizende Städtchen, urige Einkehrmöglichkeiten und freundliche Gastgeber geben sich ein Stelldichein. (Weitere Informationen finden Sie hier).

Die Stauferroute führt an interessanten und wichtigen Stätten der Staufischen Geschichte vorbei. Die Tour erstreckt sich über 55 Kilometer (608 Höhenmeter) und verbindet die Stauferstädte Göppingen und Schwäbisch Gmünd. (Weitere Informationen finden Sie hier).

Die 3-Kaiserbergroute führt an allen drei sogenannten „Kaiserbergen“ vorbei. Die technisch vergleichsweise anspruchsvolle Radtour erstreckt sich über 51 Kilometer (669 Höhenmeter). (Weitere Informationen finden Sie hier).

Die Obstroute führt auf einer Gesamtlänge von 35 Kilometern durch die herrliche Streuobstlandschaft des Voralblands. (Weitere Informationen finden Sie hier).

Die Voralbroute führt über 30 Kilometer durch das sanft hügelige Vorland der Schwäbischen Alb. Durch die sanften Höhenunterschiede eignet sie sich auch hervorragend für Familien. (Weitere Informationen finden Sie hier).

Der Albtrauf ist Namensgeber der neuen, exakt 100 Kilometer langen, landschaftlich und kulturell sehr abwechslungsreichen Fahrradroute im Landkreis Göppingen und seinen Nachbarregionen. (Weitere Informationen finden Sie hier).

Die Östliche Schurwaldroute führt an dem schönen „Kaisersträßle“ – der Ost-West-Verbindungslinie über den Höhenrücken des Schurwalds – entlang. Die Route erstreckt sich über rund 50 Kilometer. Das prägende Merkmal an dieser schönen Strecke ist, wie der Name schon sagt, der Wald.

Ergebnisse der Arbeitsgruppe 2 "Förderung des sicheren Radfahrens im Alltag"

Ein wichtiges Projekt dieser Arbeitsgruppe war die Durchführung eines kreisweiten Radaktionstages mit Schwerpunkten in der Verkehrserziehung- und Schulung. Dieses Projekt konnte am 16. September 2012 erfolgreich umgesetzt werden. An diesem Sonntag wurde die Bundesstraße B10 zwischen Ebersbach und Süßen/Gingen für den Kfz-Verkehr gesperrt und für Radfahrer freigegeben. Auf einer Strecke von insgesamt 20 km Länge stand erstmals im Land Baden-Württemberg den Radfahrerinnen und Radfahrern eine vierstreifige Bundesstraße zum Befahren zur Verfügung. Tausende von Radfahrerinnen und Radfahrern genossen gemeinsam mit Landrat Edgar Wolff und Landesverkehrsminister Winfried Hermann bei perfektem Wetter die Fahrt auf der breiten Straße. An insgesamt drei Standorten fanden Veranstaltungen statt, welche sich ebenfalls mit dem Thema Sicherheit beschäftigt haben. Am Berufsschulzentrum in Göppingen hat die Jugendverkehrsschule Göppingen ein Fahrradsicherheitstraining für Jung und Alt angeboten, welches auf große Resonanz gestoßen ist. Am Ausbauende der B10 bei Süßen/Gingen war der RadCheck des Landes Baden-Württemberg vor Ort, um die Fahrräder der Teilnehmer auf ihre Sicherheit zu prüfen. Am Stand des Landkreises Göppingen konnten sich die Radlerinnen und Radler zudem über die Sicherheit im Radverkehr informieren. Das Angebot wurde durch Bewirtung und Musik an diesen beiden Standorten sowie an der Auffahrt Ebersbach Ost/Uhingen West abgerundet.

Ein weiteres Projekt war die Zertifizierung des Landratsamtes als „Fahrradfreundlicher Betrieb“ durch den Landesverband des ADFC, um eine Stärkung des beruflichen Radverkehrs zu erwirken. Am 30.09.2011 wurde Herrn Landrat Edgar Wolff durch die Landesvorsitzende des ADFC, Frau Dr. Zühlke, die Auszeichnung im Zuge eines internen Radaktionstages für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überreicht. Die Durchführung dieses Aktionstages, das Aufstellen neuer Abstellanlagen, der Bau von Duschen sowie diverse kleinere Maßnahmen haben die Jury des ADFC im Endeffekt von den Bemühungen des Landratsamtes überzeugt.

Mit diesem Engagement hat das Landratsamt auch die Jury des Bundesdeutschen Arbeitskreises für umweltbewusstes Management e.V. überzeugt und die Auszeichnung als „Fahrradfreundlichster Arbeitgeber Deutschlands“ in der Kategorie 50-499 Mitarbeiter (bezogen auf den Hauptstandort) sowie die Auszeichnung „Fahrradfreundlichster Arbeitgeber Baden-Württembergs“ des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur in der selben Kategorie erhalten.

Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Verbindung des Fahrrads mit dem ÖPNV"


Mit der Gründung des Filsland Mobilitätsverbundes zum 1.1.2011 konnte die kostenlose Fahrradmitnahme in Regionalexpress und Regionalbahn im Landkreis Göppingen erreicht werden.

Aktuelle Handlungsschwerpunkte

Aktuelle Handlungsschwerpunkte im Landkreis Göppingen liegen vor allem in der konkreten Verbesserung der Radwegeinfrastruktur. Seit der Verabschiedung der Radverkehrskonzeption im Jahr 2012 steht die kontinuierliche Umsetzung der Einzelmaßnahmen im Mittelpunkt der Radverkehrsförderung. Bis zum Jahr 2017 konnten mehr als 50 Maßnahmen umgesetzt werden. Gleichzeitig fördert der Landkreis seine Städte und Gemeinden bei eigenen Radverkehrsprojekten, um ein lückenloses Alltags- und Freizeitnetz im Stauferkreis zu realisieren.

Weitere Themenschwerpunkte sind die Umsetzung des RadNETZ BW im Landkreis Göppingen sowie vorbereitende Maßnahmen zur möglichen Realisierung einer Radschnellverbindung durch das Filstal.

Im touristischen Bereich plant die Landkreisverwaltung mit einigen Kommunen inzwischen die elfte Radroute, die das Voralbgebiet mit dem oberen Filstal verbinden soll. Mit einem attraktiven Angebot an RadWanderBussen wird Gästen der Aufstieg mit enormen Höhenunterschieden zwischen Filstal und Albhochfläche erleichtert.

Wie geht es weiter?

In naher Zukunft muss sich der Landkreis Göppingen neu als „Fahrradfreundlicher Landkreis“ zertifizieren lassen. Hierfür werden konsequent angemahnte Mängel der letzten Zertifizierung abgebaut und Verbesserungsvorschläge umgesetzt. Denn der Landkreis Göppingen möchte auch in Zukunft trotz steigender Ansprüche an die Radverkehrsinfrastruktur als fahrradfreundlich gelten.

Aufgrund der dynamischen Entwicklung im Bereich Radverkehr ist es uns ein Anliegen, auch die Radverkehrskonzeption aus dem Jahr 2012 fortzuschreiben und an die aktuellen Umstände anzupassen und zukunftsweisend zu gestalten. Dies wird im Rahmen eines Beteiligungsprozesses mit allen betroffenen Gremien und Verbänden durchgeführt. Auch das Thema Radschnellverbindung wird in diesem Zusammenhang miteingebunden und vorangetrieben.

Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt setzt der Landkreis in der Verknüpfung der Verkehrsträger des Umweltverbundes, hier im Besonderen des Fahrrads mit dem ÖPNV. Es gilt, die in der Konzeption gesetzten Ziele motiviert anzugehen und geeignete Konzepte für eine Verbindung der Verkehrsmittel zu erarbeiten.

Radfahren kann auch für Menschen mit Einschränkungen in der Mobilität eine gesunde und erlebnisreiche Freizeitaktivität sein, wenn die Infrastruktur den speziellen Bedürfnissen entspricht. Deshalb möchte der Landkreis Göppingen dieser bisher wenig beachteten Personengruppe gerecht werden und gleichzeitig sein Profil als Gesundheitslandkreis stärken, indem barrierefreie Radrouten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden ausgewiesen werden. Im Frühjahr 2018 werden die ersten zwei Pilotprojekte eröffnet und ausgeschildert. Ebenso wurde unsere bewehrte Radbroschüre durch eine barrierefreie Radbroschüre ergänzt.

Kontakt

Landkreis Göppingen
Lorcher Str. 6
73033 Göppingen

Ansprechpartner:
Marco Schwab
Tel.: 07161/202-5512
Fax: 07161/202-5190
m.schwab@landkreis-goeppingen.de

Fahrradverkehr im Landkreis Göppingen