AGFK-Reform und AGFK-Vision 2030

Die aktuellen gesellschaftlichen, klimatischen und politischen Herausforderungen, aber auch das dynamische Wachstum von anfangs 19 auf heute rund 110 Mitgliedskommunen, haben den 2021 erneut gewählten Vorstand bewogen, einen Leitbildprozess auf den Weg zu bringen. Ergebnis ist ein Leitbild, bestehend aus einer AGFK-Vision 2030 für den Verein sowie einer durch sechs Meilensteine und Maßnahmen beschriebenen Qualitätsstufe für die Kommunen. Die Einführung und Umsetzung des Leitbilds werden als AGFK-Reform bezeichnet. 

Die AGFK-Vision 2030 stellt eine umfassende Transformation dar, die nicht alleine im Bereich Verkehr zu schaffen ist. Um die Vision zu erreichen, ist über einen mutigen Mix aus Push- und Pull-Maßnahmen auch eine starke und neue Vernetzung in angrenzende Ressorts erforderlich. Die AGFK-BW erkennt außerdem, dass anvisierte Maßnahmen eines starken politischen Rückhalts innerhalb der Kommunen bedürfen. Die AGFK-Mitglieder bekennen sich deshalb innerhalb des eigenen Netzwerks zum eigenen Leitbild und tragen Sorge, dass es innerhalb der eigenen Verwaltung und der politischen Ebene anerkannt wird und im Gemeinde- beziehungsweise Kreisrat möglichst umfassende Zustimmung erhält. 

AGFK-Vision: Vorrang für Fuß und Rad

Aktive Mobilität ist so einfach, sicher und bequem, dass Fuß und Rad die erste Wahl sind. Gehen und Radfahren macht Spaß und ist im Alltag ganz selbstverständlich. In AGFK-Kommunen werden mindestens die Hälfte aller Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt. Dafür bekommen sie Platz. Dies ist auch möglich, weil der motorisierte Individualverkehr deutlich abnimmt. Die Menschen sind gesünder und komfortabler unterwegs als mit dem Auto. Dies gewährleistet in besonderem Maße die soziale Teilhabe aller sowie den barrierefreien Zugang zu Mobilität. Bei den Mitgliedskommunen der AGFK-BW steht aktive Mobilität für ein faires Miteinander aller und eine konsequent verfolgte Vision Zero-Strategie. Dazu trägt bei, dass innerorts Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen und außerorts Tempo 70 gilt.

Meilensteine

1. Zufußgehen als Basismobilität
Zufußgehen verdient als nachhaltigste Fortbewegungsart unsere größte Aufmerksamkeit. Ambitionierte Fußverkehrskonzepte und Anpassungen der Infrastruktur sind erforderlich, aber auch Kommunikation zur Sensibilisierung zum Fußverkehr.

2. Attraktives Radnetz
Ein attraktives Radnetz sorgt für eine emissionsarme Mobilität auch im ländlichen Raum. Die bereits erreichte Aufmerksamkeit für das Fahrrad wird für mutige Maßnahmen bei der Infrastruktur und für die Flächenumverteilung eingesetzt.

3. Voneinander lernen, Wissen teilen
Bereits erprobte Vernetzungs-, Austausch- und Beratungsformate werden gezielt eingesetzt, um innerhalb der AGFK-BW aber auch mit weiteren kommunalen Akteur:innen der Mobiltätswende für Vernetzung und ein aktives Miteinander zu sorgen.

4. Mentalitätswechsel und eigenes Commitment
Die Stärkung der klimafreundlichen Mobilität in Stadt und Land erfordert eine klare Positionierung. Mutige Politik und ein gut verankertes Knowhow in der kommunalen Verwaltung bilden die Grundlage für die AGFK-Vision 2030.

5. Betriebliche Mobilität und Schulmobilität
Schulen und Unternehmen werden als lokale Multiplikator:innen in den Blick genommen und angesprochen, um die Breite der Gesellschaft für eine nachhaltige Mobilität und für Verkehrswendeberufe zu sensibilisieren.

6. Starke Stimme gegenüber Land und Bund
Die AGFK-BW positioniert sich klar und setzt sich auf Landes- und Bundesebene für Rahmenbedingungen ein, die den Weg für mehr Fuß- und Radverkehr ebnen. Die Kommunen investieren gezielt in die Fuß- und Radmobilität.

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