Wie Kommunikation Akzeptanz für Baustellen im Rad- und Fußverkehr schafft

Digitales Fachseminar „Baustellen ohne Frust“ der AGFK‑BW zeigt praxisnahe Ansätze und konkrete Arbeitshilfen.

Im digitalen AGFK‑BW‑Fachseminar „Baustellen ohne Frust“ am 14. April 2026 lag der Fokus auf der Frage, wie Kommunen Baumaßnahmen verständlich kommunizieren und den Fuß‑ und Radverkehr auch während der Bauzeit sicher führen können. Nahezu 100 Teilnehmende aus Kommunen in ganz Baden‑Württemberg nutzten die Veranstaltung, um Einblicke in bewährte Kommunikationsstrategien, kommunale Praxisbeispiele und neue Arbeitshilfen der AGFK‑BW zu erhalten.

Ein zentraler Programmpunkt war die Vorstellung des AGFK‑Leitfadens „Baustellen – Führung von Fuß- und Radverkehr im Baustellenbereich“, der auf der Webseite der AGFK zur Verfügung steht. Der Leitfaden bietet Kommunen eine fundierte Orientierung, wie Baustellen so geplant und umgesetzt werden können, dass Sicherheit, Komfort und Verständlichkeit für Zufußgehende und Radfahrende gewährleistet bleiben. Ergänzt wird er durch praxisnahe Checklisten, die den Kommunen eine systematische Prüfung von Arbeitsstellen aus Perspektive des Fuß- und Radverkehrs sowie eine zielgerichtete Baustellenkommunikation ermöglichen.

Besonders die Checkliste zur „Prüfung von Arbeitsstellen mit Blick auf Fuß- und Radverkehr“ stellt eine wichtige Arbeitshilfe für die Einrichtung und Kontrolle von Baustelleneinrichtungen dar. Ergänzend dazu wurde die neue Checkliste „Baustellenkommunikation mit Blick auf Fuß- und Radverkehr“ vorgestellt und als Hilfestellung auf der Webseite der AGFK bereitgestellt.

Baustellenkommunikation: Beispiele aus der Praxis

Wie wichtig eine transparente und kontinuierliche Kommunikation bei Baumaßnahmen ist, zeigten zwei kommunale Erfahrungsberichte eindrücklich. Stefan Setzer, Erster Bürgermeister der Stadt Backnang, stellte die Kommunikationskampagne „Backnang baut!“ vor. Anhand der mehrjährigen Anwendung machte er deutlich, wie konsequente Baustellenkommunikation zur besseren Akzeptanz von Baumaßnahmen beiträgt und gleichzeitig Rückfragen, Beschwerden und Unsicherheiten reduziert.

Ein weiteres Praxisbeispiel lieferte Luca Bühler, Radverkehrskoordinator des Landkreises Konstanz. Er zeigte anhand zweier Beispiele auf, wie wichtig kontinuierliche und persönliche Kommunikation ist, um die Akzeptanz auch bei Abweichungen hochzuhalten. Besonders anschaulich schilderte er die sogenannte „Haustürkommunikation“, die aufgrund eines kleinen, aber stark betroffenen Personenkreises notwendig war und sich dabei als sehr wirkungsvoll erwies.

Ergänzend dazu vermittelte Michaela Mohrhardt, Kommunikationsexpertin der AGFK‑Agentur fairkehr, grundlegende Kommunikationsbasics für die Baustellenpraxis. In einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigte sie auf, wie Zielgruppen identifiziert, geeignete Kanäle gewählt und zentrale Botschaften verständlich aufbereitet werden können. Ihr Beitrag machte deutlich, dass erfolgreiche Baustellenkommunikation kein Zusatzaufwand, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Umsetzung von Maßnahmen ist.

Der Austausch nach den Vorträgen zeigte, dass Fragen zu Personalressourcen und Arbeitsaufwand für viele Kommunen eine zentrale Rolle spielen. Gleichzeitig wurde aufgezeigt, wie sich dieser Aufwand durch klare, frühzeitige und zielgerichtete Informationen in der Praxis deutlich reduzieren lässt.

Das Fachseminar zeigte insgesamt, wie wirkungsvoll gut geplante Baustellenkommunikation sein kann und welchen Beitrag sie für sichere, attraktive und akzeptierte Lösungen im Fuß- und Radverkehr leistet. Mit dem Leitfaden, der neuen Checkliste sowie praxisnahen Beispielen unterstützt die AGFK‑BW ihre Mitgliedskommunen gezielt bei einer erfolgreichen Kommunikation im Vorfeld, im digitalen Raum und direkt vor Ort.