Frau Döbele, wie sind Sie auf die Idee gekommen, der AGFK-BW beizutreten?
Wir haben 2023 ein Radkonzept gemacht, seitdem ist aber aufgrund fehlender Personalkapazität nur wenig passiert. Letztes Jahr im Sommer habe ich das Projekt übertragen bekommen und habe dann relativ schnell festgestellt, dass einem als kleiner Gemeinde, durch die drei Landstraßen gehen, doch stark die Hände gebunden sind. Der Wille ist da, etwas zu tun, aber die Bürokratie macht es einem nicht gerade einfach.
Aus der Erstellung des Radkonzepts heraus hat sich eine kleine ehrenamtliche Radgruppe von aktiven Radlern herauskristallisiert, die gewillt sind, mitzuhelfen und mich in der Arbeit sehr unterstützen. Einer von ihnen hat mich darauf gebracht, dass wir doch in die AGFK eintreten sollten, damit wir Unterstützung und Know-how bekommen. Dann musste noch der Gemeinderat überzeugt werden.
Vor welchen Herausforderungen stehen Sie bei der Umsetzung des Radverkehrskonzepts?
Man braucht für vieles eine Genehmigung oder sogar eine Verkehrsschau. Ich konnte bei einer Verkehrsschau bisher immerhin eine Maßnahme durchsetzen: einen Radstreifen innerorts in einem Teilort, zumindest in Fahrtrichtung bergauf.
Ein großes Thema sind die Landstraßen. Da kommen wir gerade nicht weiter. Bei einer Verbindungsstraße zu einem Teilort gibt es keine richtige Verkehrsführung: einerseits einen Fußweg, andererseits gar nichts. Den Fußweg müsste man ertüchtigen, verbreitern und dann zum Radweg oder zu einem gemeinsamen Rad- und Fußweg umgestalten. Das ist natürlich ein ordentlicher Kostenpunkt.
Das Land sieht sich nicht als Baukostenträger, da die Strecke nicht im RadNETZ BW verortet ist und somit kein Bedarf besteht. Wir könnten zwar mit Genehmigung tätig werden, müssten die Kosten aber komplett selbst tragen. Ein Schutzstreifen wäre von der Breite der Straße möglich, das sieht aber die Polizei kritisch.
Auch unsere Eisenbahnbrücke, über die eine Landstraße führt, ist für Radfahrer sehr gefährlich und wir haben noch keine vernünftige Lösung für die Verkehrsführung gefunden. So gibt es leider noch ein paar Stellen mehr in unserer Stadt.
Was versprechen Sie sich von der AGFK-Mitgliedschaft?
Ich erhoffe mir das nötige Know-how und Unterstützung von der AGFK. In einer Verkehrsschau braucht man gute Argumente oder Erfahrungswerte aus anderen Kommunen, um mit Polizei und Verkehrsbehörden eine Lösung zu finden.
Wir brauchen vor allem Know-how, sei es in Form von Weiterbildungen oder guten Beispielen aus anderen Kommunen. Ich erhoffe mir, dass so auch die Behörden etwas kooperativer sind.
Ebenso hoffe ich, dass wir in der ein oder anderen schwierigen Verkehrssituation mögliche Ansätze für Lösungen von der AGFK, z.B. auch über den Planungs-Check, bekommen.
Was wünschen Sie sich für die Mobilität in Aulendorf?
Dinge wie Fahrradabstellanlagen sind noch relativ einfach umzusetzen. Schwieriger wird es bei Fragen der Verkehrsführung. Ich wünsche mir, dass es einfacher wird, etwas umzusetzen, und die Maßnahmen, egal ob klein oder groß, auch gut angenommen werden.






