Günter Riemer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad‑ und Fußverkehrsfreundlicher Kommunen (AGFK) Baden‑Württemberg, fordert im Interview mit dem Staatsanzeiger mehr Einsatz für nachhaltige Mobilität. Die Straßenverkehrsordnung setze „die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden fest“. Dieses Mindset sei entscheidend, doch „die Realität ist leider eine andere“. Die AGFK wolle Kommunen motivieren, Rad‑ und Fußverkehr als gleichwertige Alltagsmobilität zu behandeln.
Riemer betont, dass Mobilitätsförderung mehr als Infrastruktur sei. „Fahrradfahren macht Spaß und ist gesund.“ Auch zu Fuß unterwegs zu sein, sei „erlebnisreich und kommunikativ“. Studien zeigten deutliche Vorteile für Kinder, die aktiv unterwegs sind.
Kleinere Kommunen hätten oft zu wenig Personal, um selbst Mobilitätskonzepte zu entwickeln. „Auf ihren Bauämtern arbeiten oft Menschen, die alles machen.“ Daher gewinne der Landkreis an Bedeutung. Die meisten hätten inzwischen Radkoordinator:innen eingestellt, „obwohl die Stellen freiwillig sind“. Das zeige, „dass es diesen Bedarf tatsächlich gibt“.
Radverkehr müsse gemeindeübergreifend geplant werden. „Politische Grenzen dürfen keine Grenze für Radverkehr sein.“ Radkoordinator:innen seien zwar nicht immer hoch genug angesiedelt, um direkt auf Bürgermeister:innen einzuwirken, aber sie könnten Entscheider:innen motivieren und Konzepte für den gesamten Landkreis abstimmen.
Riemer sieht im Rad‑ und Fußverkehr einen wichtigen Beitrag zu Klima‑ und Aufenthaltsqualität. Ein Fahrrad benötige viel weniger Platz als ein Auto. „Die Stadtplanung war lange auf die autogerechte Stadt ausgerichtet.“ Nun gehe es um klimaangepasste Räume und sichere Wege.
Die Langfassung des Interviews finden Sie beim Staatsanzeiger.






