Aktivtourismus – durch Rad- und Wandertourismus die aktive Mobilität fördern

Das Digitales Fachseminar der AGFK-BW zum Aktivtourismus veranschaulichte Potenziale an konkreten Beispielen und vermittelte Wege zur Umsetzung

Im digitalen AGFK-BW-Fachseminar „Aktivtourismus – Durch Rad- und Wandertourismus die aktive Mobilität fördern“ am 23. September 2026 standen die Potenziale des Aktivtourismus für eine alltägliche aktive Mobilität im Mittelpunkt.

Im Fachseminar wurde deutlich, dass Investitionen in den Aktivtourismus weit über den Freizeit- und Erholungsbereich hinauswirken können. Hochwertige Rad- und Wanderinfrastruktur verbessert nicht nur die Attraktivität von Regionen für Gäste, sondern schafft zugleich sichere und attraktive Angebote für die aktive Mobilität im Alltag.

Eine zu Beginn des Seminars durchgeführte Umfrage zeigte, dass insbesondere der anhaltende E-Bike-Boom, die wachsende Bedeutung von Gravelbikes und Bikepacking sowie das steigende Interesse an Radreisen als aktuelle Trends in den Kommunen wahrgenommen werden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Verzahnung von Aktivtourismus und Alltagsmobilität vielerorts noch am Anfang steht. Knapp die Hälfte der Teilnehmenden gab an, dass entsprechende Projekte oder Maßnahmen in ihrer Kommune beziehungsweise Region bislang nicht existieren. Als zentrale Herausforderungen wurden vor allem die Finanzierung sowie der Ausbau und die Qualität der Infrastruktur benannt.

Ein weiterer Schwerpunkt des Seminars lag auf der Frage, welche Qualitätsanforderungen attraktive Rad- und Wanderangebote erfüllen müssen. Dabei wurde deutlich, dass Qualität vor Quantität stehen sollte und touristische Infrastruktur nur dann langfristig erfolgreich ist, wenn sie Teil eines durchgängigen und verlässlichen Netzes ist. Als besonders anschauliches Beispiel wurde die Bedeutung einer abgestimmten und nutzerfreundlichen Wegweisung hervorgehoben. Ein genereller Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von Rad- und Wanderangebote wurden insbesondere die enge Zusammenarbeit verschiedener Akteur:innen sowie eine langfristige Qualitätssicherung hervorgehoben. Die vorgestellten Beispiele aus Baden-Württemberg und der Schweiz zeigten, dass hochwertige Angebote insbesondere dort entstehen, wo Kommunen, Tourismusorganisationen und weitere Partner eng zusammenarbeiten.

Wie Projekte des Aktivtourismus gezielt unterstützt und gefördert werden können, zeigte die Vorstellung des Tourismusinfrastrukturprogramms Baden-Württemberg. Dabei wurde deutlich, dass Kommunen und Regionen auf vielfältige Fördermöglichkeiten zurückgreifen können, um touristische Infrastruktur weiterzuentwickeln und entsprechende Vorhaben erfolgreich umzusetzen.

Gutes Beispiel für radwegbegleitende Infrastruktur aus Ravensburg

Besonders eindrucksvoll verdeutlichte ein Praxisbeispiel aus dem Landkreis Ravensburg, wie regionale Kooperationen dazu beitragen können, die begleitende Infrastruktur entlang überregionalen Radrouten gezielt zu koordinieren und zu fördern. Durch die Bündelung mehrerer Förderanträge sowie die enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Kommunen, dem Landkreis Ravensburg und der Oberschwaben Tourismus GmbH konnten zahlreiche Maßnahmen gemeinsam geplant und erfolgreich umgesetzt werden. Zu den Ergebnissen zählen unter anderem Servicestationen, Fahrradabstellanlagen und E-Bike-Ladestationen, die sowohl touristischen Gästen als auch der Bevölkerung vor Ort zugutekommen und die Attraktivität der Radrouten nachhaltig steigern.

Insgesamt zeigte das Fachseminar, dass Aktivtourismus weit mehr ist als ein touristisches Handlungsfeld. Die vorgestellten Beispiele machten deutlich, dass Investitionen in hochwertige Infrastruktur, Kooperationen und Qualitätssicherung nicht nur die touristische Attraktivität steigern, sondern zugleich einen wichtigen Beitrag zur Förderung aktiver Mobilität, zur regionalen Entwicklung und zur nachhaltigen Gestaltung von Mobilität vor Ort leisten können.

Die Präsentationen zum Fachseminar „Aktivtourismus“ finden Sie hier.