Universitätsstadt Tübingen

Eckdaten

  • 89.011 Einwohner
  • Gründungsmitglied der AGFK-BW
  • Fahrradfreundliche Stadt (seit 2014)

Was wurde bisher umgesetzt?

Weitere Verbesserung im Straßenverkehr: der Fahrradtunnel.

Die Tübinger Stadtentwicklung folgt dem Leitbild der „Stadt der kurzen Wege“. Durch das enge Nebeneinander von Wohnungen, Arbeitsplätzen, privaten und öffentlichen Versorgungseinrichtungen entstehen lebendige Stadtquartiere, die ihren Bewohnern auf kurzem Weg einen Zugang zu allen Einrichtungen des täglichen Lebens ermöglichen. Die Wege zur Arbeit, zur Schule oder zum Kindergarten, der Weg zum Einkauf oder auch am Abend in die „Eckkneipe“ kann von vielen Bewohnern und Bewohnerinnen problemlos mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß bewältigt werden. Die Stadtverwaltung selbst fungiert als Vorbild: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können seit 2009 das Fahrsicherheitstraining des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs als Fortbildung besuche.

Die Universitätsstadt Tübingen verbessert seit Jahren die Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger. Bereits 1989 hat Tübingen die erste Einbahnstraße in Gegenrichtung für den Radverkehr freigegeben. Diese Politik wird konsequent fortgeführt, so dass Radfahrer heute fast alle Einbahnstraßen in beide Richtungen befahren können.  Auch die Bussonderfahrstreifen wurden für den Radverkehr freigegeben, bereits vor der StVO-Novelle 2009. Zur Förderung des Radverkehrs gibt es ein jährliches Radwegebauprogramm. Die Maßnahmen orientieren sich an einer Mängelliste, die gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern und Verbänden erstellt wurde. Kontinuierlich verbessert die Stadt so die Verkehrwege für Radfahrer/innen durch neue Radverkehrsanlagen, abgesenkte Randsteine sowie kleinere Maßnahmen und Wegweisungen.

Erleichtern Radfahrern das Warten: Ampelgriffe.

Fahrradparkplätze an den Bahnhöfen und Griffe an Ampelkreuzungen sind weitere Maßnahmen, die das Radfahren in Tübingen erleichtern. Über 200 neue Rad-Abstellplätze am Hauptbahnhof und am Westbahnhof machen das Radfahren vor und nach der Zugfahrt einfacher. Die Fahrradparkplätze sind überdacht und mit Fahrradboxen ausgestattet. Durch eine Spende des Verbundes selbstverwalteter Fahrradbetriebe konnten Haltegriffe an mehreren Ampelkreuzungen in der Innenstadt angebracht werden. Über das Scherbentelefon können Radfahrer in Tübingen Scherben und andere Mängel auf Rad- und Gehwegen melden. Scherben, Schlaglöcher und Stolperfallen können dann schnell und unbürokratisch beseitigt werden.

Über das Scherbentelefon können Radfahrer in Tübingen Scherben und andere Mängel auf Rad- und Gehwegen melden. Scherben, Schlaglöcher und Stolperfallen können dann schnell und unbürokratisch beseitigt werden. Damit der Radverkehr auch im Winter sicher ist, gibt es einen Räumplan für Radwege. Eine spezielle Radweg-Kehrmaschine räumt die Wege bei Bedarf und befreit sie von größeren Verschmutzungen. Innerhalb des hügeligen Tübinger Stadtgebietes müssen manche Radler Höhenunterschiede von über 150 Metern überwinden. Aus diesem Grund gibt es die Möglichkeit, auf festgelegten Streckenabschnitten das Fahrrad mit in den Bus zu nehmen. Die Fahrradmitnahme ist innerhalb des Stadtgebiets Tübingen kostenlos. Mit all diesen Maßnahmen will die Stadtverwaltung den Radverkehr fördern und die Bedingungen für die umweltfreundliche Mobilität ihrer Bürgerinnen und Bürger verbessern.

Aktuelle Handlungsschwerpunkte

Gleichzeitig mit dem Radwegenetzkonzept wurde auch ein fünfjähriges Ausbauprogramm für Radwege entlang von Kreisstraßen beschlossen. In diesem Zeitraum ist der Bau von über 6.000 m Radwegen geplant.

Die bisherige Wegweisung für Radfahrer im Landkreis Tübingen ist nicht einheitlich und oftmals verwirrend. Verschiedene Wegweisersysteme sind vorhanden. Eine durchgehende Beschilderung fehlt. Als nächster Schritt wird eine einheitliche Radwegebeschilderung entsprechend den Richtlinien der Forschungsgesellschaft für das Straßen- und Verkehrswesen aufgestellt. Dies bedeutet, dass zunächst eine Bestandsaufnahme der bestehenden Wegweisung durchgeführt werden muss. Als Nächstes steht die Erarbeitung  eines Konzepts für das Wegweisungsnetz mit anschließender Ausführung der Beschilderung auf dem Programm.

Wie geht es weiter?

Sollen noch ausgebaut werden: Fahrradboxen in Tübingen.

Mit der Förderung des Radverkehrs möchte die Stadt das Radfahren attraktiv gestalten und als Alternative zum motorisierten Individualverkehr anbieten. Dazu sollen die Rad-Routen ausgebaut werden zu einem ganzjährig attraktiven Verkehrsnetz  mit gutem Ausbauzustand, stringenter Wegweisung und komfortablen Fahrradabstellanlagen mit Service-Einrichtungen. Ziel ist eine Mobilitätskultur, in der das Fahrrad als selbstverständlich gesehen wird.

Von der Mitgliedschaft bei der AGFK werden neue Impulse und Ideen für den Radverkehr in Tübingen erwartet. Das Netzwerk soll als Plattform für Wissens- und Erfahrungsaustausch dienen und selbst zur Förderung des Radverkehrs im ganzen Land beitragen.

Kontakt

Universitätsstadt Tübingen
Fachabteilung Verkehrsplanung
Technisches Rathaus
Brunnenstraße 3
72070 Tübingen

Ansprechpartner:
Mirco Sarcoli
Tel.: 07071/204-2387
Fax: 07071/204-2243
E-Mail:
mirco.sarcoli@tuebingen.de