Stadt Offenburg

Eckdaten

  • 57.000 Einwohner
  • Gründungsmitglied der AGFK-BW
  • Anteil des Radverkehrs am Modal Split: 25%

Was wurde bisher umgesetzt?

Das Fahrrad genießt in Offenburg traditionell einen sehr hohen Stellenwert. Der Modal Split, der den prozentualen Anteil eines Verkehrs­mittels am Gesamtverkehr angibt, liegt in Offenburg für das Fahrrad bei 25%. Mit diesem Wert kann sich Offenburg mit Universitätsstädten vergleichen. Der hohe Radverkehrsanteil hängt primär damit zusammen, dass die Stadt Offenburg das Fahrradfahren schon seit den 80er Jahren intensiv fördert.

Seit 1979 erarbeiten Vertreter der regionalen Radvereine, des ADFC, des VCD, der Gemeinde­ratsfraktionen, sowie Bürgerinnen und Bürger zusammen mit der Stadtverwaltung Fahrradförder­programme, die sich jeweils über einen Zeitraum von 5-10 Jahren erstrecken. Während das erste Fahrradförderprogramm hauptsächlich den Bau von Radwegen beinhaltete, legten die Fahrrad­förderprogramme II und III den Schwerpunkt in die Schaffung eines durchgehenden Radwege­netzes und die Stärkung der Fahrradförderung mit vielen Aktionen in unterschiedlichen Bereichen.

Mit dem Fahrradförderprogramm IV verlagerte sich die Priorität auf die Unterhaltung. So wurde zum Beispiel im Frühjahr 2003 das Scherbentelefon eingerichtet. Hier können Bürgerinnen und Bürger melden, wo Scherben auf Radwegen liegen, wo Radwege verschmutzt sind oder wo Bewuchs das Befahren des Radwegs behindert. Durch dieses für Bürgerinnen und Bürger komfortable Angebot ist es der Stadt Offenburg gelungen, dass Mängel auf Radwegen durch Scherben, Verschmutzung oder Bewuchs innerhalb eines halben Tages nach Eingang der Meldung beseitigt werden. Die Sauberkeit der Radwege hat sich seither deutlich gebessert. Ebenso wurden die Popularität und die Sicherheit des Radfahrens durch gezielte Maßnahmen erhöht. Hier sind insbesondere die Verkehrssicherheitstage an den weiterführenden Schulen, der Fahrradcheck für Schülerräder und die Aktionen zu den Themen „Toter Winkel“, „Sehen und gesehen werden“ sowie „Fahrradhelm“ zu nennen. Das aktuelle Fahrradförderprogramm V berücksichtigt die Änderungen der Straßenverkehrsordnung vom 01.04.2013 und setzt auf breite Information der Bürgerschaft über die Fördermaßnahmen.

Durch das systematische "Abarbeiten" der Fahrradförderprogramme hat sich das Radwegenetz in Offenburg bis heute auf über 170 km Radwege, Radstreifen, Radschutzstreifen und ins Radwegenetz integrierte Wirtschaftswege erweitert. Die Radwege werden in Offenburg durch eine grüne Leitlinie zusätzlich zur Beschilderung verdeutlicht. Schon 1980 fiel die Entscheidung für die Farbe Grün statt Rot weniger vor dem Hintergrund der Umweltfreundlichkeit des Verkehrsmittels Fahrrad, als vielmehr wegen der besseren Sichtbarkeit bei Dunkelheit. Die grünen Leitlinien als starker farblicher Ausdruck einer neu beginnenden Fahrradförderung leiteten damals eine Neuorientierung in der Verkehrspolitik und Verkehrsplanung der Stadt Offenburg ein. Bis heute genießt die Fahrradförderung in Offenburg einen besonderen Stellenwert.

Die Anzahl der erfassten Fahrradabstellplätze im öffentlichen Bereich in Offenburg beträgt heute über 3.000, davon sind über 1.200 Fahrradständer überdacht. Das Investitionsvolumen der Stadt Offenburg für die Fahrradförderprogramme beträgt seit 1979 insgesamt ca. 8,5 Mio. € (ohne separat finanzierte Radwegprojekte, die z.B. in Zusammenhang mit Straßenbaumaßnahmen durchgeführt wurden).

Die intensive Radförderung der Stadt Offenburg wurde bereits 1987 durch die Auszeichnung als fahrradfreundlichste Mittelstadt in Baden-Württemberg belohnt. 1991 verlieh der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) zusammen mit der Zeitschrift "Aktiv Radfahren" der Stadt Offenburg das "Goldene Rad" als fahrradfreundlichste Stadt bis zu 100.000 Einwohnern in der Bundesrepublik. Auf diese Auszeichnung ist Offenburg besonders stolz, da sie nicht von einer Jury, sondern von aktiven Radfahrern verliehen wurde. 2003 und 2005 führte der ADFC erneut einen Fahrradklimatest durch, bei denen sich das sehr gute Abschneiden der Stadt Offenburg wiederholte. 2011 erhielt Offenburg ein ganz besonderes Prädikat: Das Land Baden-Württemberg zeichnete die Stadt Offenburg als „Fahrradfreundliche Stadt“ aus. 2012 führte der ADFC eine erneute Befragung durch. An dieser Befragung nach der Fahrradfreundlichkeit der Stadt beteiligten sich über 400 Bürgerinnen und Bürger. Offenburg belegte den 9. Platz unter 332 Städten. Dabei erhielt Offenburg besonders gute Noten bei den Kriterien "Fahrspaß", "zügiges Fahren" und "schnelles Erreichen des Stadtzentrums".

Aktuelle Handlungsschwerpunkte

Ein Schwerpunkt der Fahrradförderung in Offenburg ist die Entschärfung von Gefahrenpunkten. Hierbei wurden zahlreiche, auch innovative Radverkehrsführungs- und Signalisierungsformen umgesetzt (z.B. hellgrüne Radwegmarkierung, Radschleuse, Radaufstellfläche, Radschleife, Rundumgrün, Radstreifen, Schutzstreifen, vollmarkierte Radfurt, Bus- und Radspur). Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurde ein eigenes Design für sämtliche Flyer und Broschüren rund ums Radfahren entwickelt. Weitere Informationen zum Radverkehr in Offenburg finden Sie unter www.offenburg.de/radfahren.

Die Fahrradförderprogramme helfen, die Radförderung zielführend über mehrere Jahre auszurichten. Die derzeit laufenden Maßnahmen sind:

  1. Betrieb einer vollautomatischen Fahrradparkgarage am Hauptbahnhof
  2. Erweiterung des Radwegenetzes (Zunsweier-K5326/Ortenberg, Römerstraße in Weier,  Zunsweier-Hofweier, Windschläg-Griesheim)
  3. Verbreiterung des östlichen Radwegs entlang der Moltkestraße zwischen Rittweg und südlicher Hauptzufahrt Klinikum
  4. Flächendeckende Wegweisung (Radwegenetz, Radtourenvorschläge, Mountainbike­touren)
  5. Planung Maßnahmenachse 8 aus dem Fahrradförderprogramm V: Zell-Weierbach – Franz-Schmidt-Straße – Waldbachsenke – Zeller Straße – Luisenstraße – Unionbrücke – Wasserstraße – Kinzigsteg – Max-Planck-Straße – Alte Marlener Straße
  6. Planung Maßnahmenachse 1a aus dem Fahrradförderprogramm V: Rammersweierstraße – Wilhelmstraße – Ortenberger Straße
  7. Aufstellen von 40 Radboxen am Haltepunkt Kreisschulzentrum
  8. Entschärfung der Radwegsituation entlang der Kreuzwegstraße an den Kreuzungen Robert-Bosch-Straße und Industriestraße
  9. Erhöhung der Radverkehrssicherheit im Zuge der Radschulwegpläne
  10. Forum Radverkehr (Vortrag oder Podiumsdiskussion zum besseren Verständnis der Neuerungen im Radverkehr in Zusammenarbeit mit Presse)
  11. Sanierungsarbeiten und Beseitigung von Mängeln an Radwegen (online-Mängelbogen)
  12. Instandhaltung der flächendeckenden Radwegmarkierung (grüne Leitlinien)
  13. Komplettierung und Verbesserung von Radabstellanlagen in der Innenstadt
  14. Kostenloser kommunaler Fahrradverleih mit Familienrädern, Tandems, Pedelecs und Rikschas
  15. Innovatives Radmietsystem Nextbike, insbesondere für Bus&Bahn-Kunden sowie Touristen
  16. Neubürgerbegrüßungspaket Rad
  17. Aktionen zu den Themen Verkehrssicherheit, Beleuchtung, Toter Winkel und Radhelm
  18. Aktionen gegen rücksichtslose Radfahrer in der Steinstraße
  19. Aktive Mitarbeit bei der Netzwerkbildung zur Fahrradförderung in Baden-Württemberg
  20. Betreiben des Scherbentelefons
  21. Pflegen des Fahrradkalenders
  22. Weitergabe der Radwegekarten für weiterführende Schulen, insbesondere für Klassenlehrer der 5. Klassen

Wie geht es weiter?

Aus dem Integrierten Verkehrskonzept, das sämtliche Verkehrsmittel innerhalb der Stadtgrenzen von Offenburg 2006 untersuchte, wurden im Rahmen des Verkehrlichen Leitbilds Zielvorgaben für die Verkehrsentwicklung der kommenden Jahre formuliert. Diese zukunftsweisende Prognose legt eine Steigerung des Umweltverbundes (ÖPNV, Radverkehr und Fußgänger) zugrunde. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen spezielle Maßnahmenkonzepte unter anderem zur Förderung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes erarbeitet werden.

Das Maßnahmenkonzept zur Förderung des Radverkehrs, das Fahrradförderprogramm V, wurde am 17.06.2013 vom Gemeinderat beschlossen. In der Erarbeitungsphase wurden u.a. die überregionalen Radverbände, die regionalen Radvereine, die Gemeinderatsfraktionen, den Einzelhandel, externe Experten, die Busunternehmen und interessierte Bürgerinnen und Bürger eingebunden. In den kommenden 10 Jahren werden die Maßnahmen aus dem Fahrradförderprogramm sukzessive umgesetzt.

Kontakt

Stadt Offenburg
Wilhelmstraße 12
77654 Offenburg

Ansprechpartnerin:
Frau Dipl.-Ing. Amrei Bär
Tel.: 0781-822526
Fax: 0781-827524
Email: amrei.baer@offenburg.de

www.offenburg.de

Radfahren in Offenburg