Stadt Mengen

Eckdaten

  • Einwohnerzahl: 9.899
  • Beitritt zur AGFK-BW: Mai 2018
  • Radverkehrsanteil am Modal Split: 16 % (2009)

Was wurde bisher umgesetzt?

Der Radverkehr  stellt mit über 16 % einen wichtigen und wachsenden Anteil am Verkehrsaufkommen in der Stadt Mengen dar. Darüber hinaus liefert er mit seinen positiven Effekten auf die Umwelt, das Klima, die Lebensqualität in der Stadt sowie die Gesundheit der Menschen Beiträge zu vielen aktuellen und zukünftigen verkehrspolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen.

Bereits im Jahr 2009 wurde ein Verkehrskonzept für die Innenstadt Mengens entwickelt, in dessen Zuge großflächig Tempo 30-Zonen ausgewiesen wurden. Vergleichbar dem Modellprojekt „shared space“ sollen sich alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt im Straßenverkehr begegnen. Im Zuge der Neugestaltung der Innenstadt wurden zwischen 2012 – 2014 sämtliche Ampelanlagen im Stadtgebiet demontiert, Gehwege verbreitert und barrierefrei ausgebaut, Fahrradständer und abschließbare Fahrradgaragen aufgestellt, Ladestationen für E-Bikes installiert sowie rund 50 ehemals vorfahrtsberechtigte Kreuzungen auf „rechts vor links“ umgestellt.

Foto: Ingo Rack; Hauptstraße Innenstadt Mengen

Foto: Ingo Rack; Hauptstraße Innenstadt Mengen

Foto: Ingo Rack; Hauptstraße Innenstadt Mengen

Seit 2016 erarbeitet die Stadtverwaltung ein Radkonzept zur Ausweisung von bis zu 12 Radstrecken (Familien, Rennrad, Mountainbike) im Gemeindegebiet Mengen. 

Für die Mitarbeiter/innen der Stadtverwaltung stehen zwei E-Bikes als Diensträder zur Verfügung. Im Rahmen des betrieblichen Mobilitäts- und Gesundheitsmanagements bietet die Stadtverwaltung ihren Beschäftigen seit Oktober 2017 zusätzlich die Möglichkeit zum Erwerbe eines JobRades an. JobRad ist das erste Dienstfahrradkonzept in Deutschland speziell für Fahrräder, Pedelecs und E-.Bikes. Die Beschäftigten können ihr individuelles Wunschrad über den Arbeitsgeber beziehen und sparen somit bis zu 40% gegenüber dem Direktkauf. Neben dem Anreiz der Ersparnis wird dadurch ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz, der Verkehrssicherheit und der eigenen Gesundheit geleistet.

Foto: Stadt Mengen; Dienstrad Stadt Mengen

Für die Schüler/innen der Grundschule und des Gymnasiums in Mengen gibt es seit mehreren Jahren Schulwegepläne, in denen ein sicherer Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad aufgezeigt wird. Zusätzlich befasst sich an der Grundschule die Projektgruppe „Sicherer Schulweg“ regelmäßig mit aktuellen Problematiken wie punktuellen Halteverboten im Schulgeländebereich, Aufstellung von Bannern („Schule hat begonnen“) bei Ferienende, Ausräumung von Gefahrenquellen auf dem Sicheren Schulweg sowie Erweiterung der Fahrradstellplätze.

Seit Ende 2017 gibt es einen Arbeitskreis, dem Vertreter der Stadtverwaltung sowie Elternvertreter und Lehrer angehören. Dieser Arbeitskreis hat auf Initiative der Stadtverwaltung den Wettbewerb „weg vom Auto“ ausgelobt. Ziel des Wettbewerbes ist die Würdigung von Initiativen, Projekten und Projektideen zur Verringerung des Autobring- und holverkehrs („Elterntaxis“) an allen Mengener Schulen. Hintergründe für die Auslobung des Wettbewerbs sind u. a. die Minderung des Kraftfahrt-Verkehrsaufkommens an den Schulen und damit verbunden eine Verringerung von Gefährdungssituationen für die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Zudem soll der CO2-Ausstoss reduziert werden und ein Beitrag zur Gesundheitsförderung sowie Verkehrserziehung geleistet werden.

Der Wettbewerb „weg vom Auto“ war nicht nur lokal, sondern auch überregional von großem Interesse und es wurden einige Aktionen durchgeführt sowie Projektideen eingebracht.

Aktuell beteiligt sich die Stadt Mengen am Stadtradeln 2018, der größten internationalen Radkampagne des Klima-Bündnisses zur Radförderung, Steigerung der Lebensqualität und Klimaschutz. Im Aktionszeitraum 11. Juni bis 1. Juli 2018 nahmen 433 Radelnde, davon 8 Mitglieder des Kommunalparlaments am Stadtradeln teil, legten insgesamt 90.952 km mit dem Fahrrad zurück (dies entspricht der 2,27-fachen Länge des Äquators) und vermieden dabei 12.915 kg CO2 (Berechnung basiert auf 142 g CO2 pro Personen-km). Zusätzlich zum dreiwöchigen Aktionszeitraum fand ein Aktionstag statt, an dem alle BürgerInnen zum gemeinsamen Radeln auf zwei unterschiedlichen, familienfreundlichen Routen aufgerufen waren.  

Foto: Stadt Mengen; Aktionstag Stadtradeln 2018

Derzeit beteiligt sich die Stadt Mengen mit einer Foto-Ausstellung an der Pendlerkampagne „Mein Weg. Meine Zeit.“ der agfk, die vom 16. Oktober bis 2. November 2018 im Rathaus angeschaut werden kann: die Stadtverwaltung Mengen hat ihre radfahrenden Mitarbeiter/innen während der Europäischen Woche der Mobilität fotografiert und ehrt  sie mit dieser Foto-Ausstellung und einer kleinen Verlosung für ihre Mitwirkung an der Pendlerkampagne. Denn durch ihre Verkehrsmittelwahl sind sie Vorbilder und tragen maßgeblich zur Luftreinhaltung, zum Klimaschutz und zur Lärmreduzierung bei. Zudem möchte die Stadtverwaltung Mengen ihren autofahrenden Mitarbeitern und den Besuchern der Ausstellung einen positiven Denkanstoß geben, auf dem Arbeitsweg aufs Rad umzusteigen.

Neben den Fotos wurden auch die ganz persönlichen Gründe der radfahrenden Mitarbeiter/innen für die Wahl ihres Transportmittels Fahrrad dokumentiert. Zudem wollte die Stadtverwaltung von ihren Mitarbeitern erfahren, was aus Sicht der Fahrradpendler noch verbesserungsfähig ist und was getan werden müsste, um das Umsteigen vom Auto auf das Rad noch attraktiver zu gestalten.

Foto: Stadt Mengen; die Fotoausstellung der „Mitarbeiter des Monats“ im Foyer des Rathauses

Die Stadt Mengen setzt auch im touristischen Bereich auf Radfahrer. Als Anrainerstadt der Donau führt der bekannte Donau-Radweg direkt durch Mengen. Oberschwaben und das Donautal bieten schöne Landschaften bei nur geringen Höhenunterschieden – das macht unsere Radwege attraktiv für Familien mit Kindern. Zumal viele Radtouren über wenig befahrene Straßen und Nebenstrecken führen. Die Rad–Infrastruktur in Mengen wie Gastronomie und Hotels sind auf Radfahrer bestens eingerichtet. Es gibt zwei Fahrradfachgeschäfte für Equipment oder bei kleineren Pannen und, wie bereits erwähnt, verschließbare Fahrradboxen in der Innenstadt und E-Bike-Ladestationen.

Foto: Ingo Rack; Gastronomie zur Einkehr

Foto: Burkert Ideenreich; verschließbare Fahrradbox

Der zweite Streckenabschnitt des Donauradwegs führt von Sigmaringen über Mengen nach Ulm. Europas beliebtester Fern-Radweg ist sehr gut ausgebaut; schließlich kommen hier jeden Tag hunderte von Fahrrad-Touristen entlang. Mengen bietet sich als Etappe an:

Von hier starten einige der „Seitentouren“ des Donauradwegs, die Genussradler so schätzen. Vier dieser Radtouren sind auf der städtischen Homepage unter www.mengen.de/de/freizeit-tourismus/natur/radfahren näher beschrieben.

Foto: Burkert Ideenreich; Radfahrer in historischer Altstadt Mengens

Foto: Stadt Mengen; Radfahrer an der Donau

Aktuelle Handlungsschwerpunkte

Die Stadt Mengen strebt durch die zuvor genannten Aktionen und Schaffung einer entsprechenden fahrradfreundlichen Infrastruktur die Reduzierung des Individualverkehrs durch „Changing minds“ an. Im Einzelnen bedeutet dies, Impulse zu geben, um das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger bei Zurücklegen kurzer Wege zu verändern (z. B. Wettbewerb „weg vom Auto“, Dienstrad am Rathaus,  Teilnahme am Wettbewerb „Stadtradeln“, Fahrradboxen und E-Bike-Ladestationen).

Die Schaffung einer barrierefreien (Innen)Stadt soll die Verkehrssicherheit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer erhöhen (Fußgänger, Radfahrer; insbesondere Kinder und ältere Bürgerinnen und Bürger). Das Konzept sieht eine Stadt der kurzen Wege vor – u. a. zentrumnaher Zugang zur Nahversorgung, zu kommunalen Einrichtungen, dem ÖPNV und zu Gesundheitsdienstleistungen.

Wie geht es weiter?

Ziel ist eine nachhaltige Radverkehrsförderung unter Berücksichtigung unterschiedlichster Rahmenbedingungen. Speziell der Individualverkehr soll reduziert werden, insbesondere im Bereich der Schulen („Elterntaxis“), und damit die Verkehrssicherheit für die schwächeren  Verkehrsteilnehmer deutlich erhöht werden. Weiterhin strebt die Stadt Mengen den Erhalt der belebten Innenstadt durch Förderung der innerstädtischen Nahversorgung an.

Der Fahrradtourismus am Donauradweg soll erhöht werden durch Optimierung / Ergänzung der bereits bestehenden Angebote für Radtouristen.

Foto: Stadt Mengen; Radfahrer am Donauradweg

Zukünftig erwartet sich die Stadt Mengen von der Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW) einen Erfahrungs- und Informationsaustausch bei Fragestellungen zur Radverkehrsförderung, Hilfestellung bei fahrradspezifischen Fragen, etc..

„Die Stadt Mengen legt großen Wert auf die Förderung des Radverkehrs und hat in der Vergangenheit bereits viele Projekte angestoßen“ so Bürgermeister Stefan Bubeck „um einen Beitrag zur Radförderung, zum Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Steigerung der Lebensqualität und Gesundheitsförderung der Bürgerinnen und Bürger sowie der städtischen Mitarbeiter/innen zu leisten.“

Mit einem stetig wachsenden Anteil von Radverkehrsteilnehmern steigen auch die Anforderungen an eine fahrradfreundliche Infrastruktur. Der Grundstein hierfür ist mit einer barrierefreien Neugestaltung der Innenstadt sowie diversen Serviceangeboten für Radfahrer gelegt. Die Erhöhung der Verkehrssicherheit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer hat oberste Priorität und wird durch verschiedene Projekte und Maßnahmen gefördert.

Die zukünftige Konzeption sieht einen weiteren Ausbau zur „Stadt der der kurzen Wege“ vor – u. a. zentrumnaher Zugang zur Nahversorgung, zu kommunalen Einrichtungen, dem ÖPNV und zu Gesundheitsdienstleistungen.

Kontakt

Stadt Mengen
Hauptstraße 90
88512 Mengen
Cornelia Hund
Sachgebiet Hochbau, Fahrradbeauftragte
Telefon: 07572/ 607300
E-Mail: cornelia.hund@mengen.de
www.mengen.de