Stadt Ludwigsburg

Eckdaten

  • 93.167 Einwohner (Stand: 31.01.2017)
  • AGFK-Mitglied seit 2013
  • Modal Split:
    20% Fußwege
    10% Radverkehr
    11% ÖPNV
    50% Kfz (selbstfahrend)
    9%   Kfz (mitfahrend)

Was wurde bisher umgesetzt?

Stadt Ludwigsburg

Auf der Grundlage des bereits im Jahr 2003 vom Gemeinderat der Stadt Ludwigsburg beschlossenen Radverkehrszielnetzes 2010 wurden zahlreiche Lücken geschlossen und örtliche Problemstellen beseitigt. Im Jahr 2006 wurde das Zielnetz um die Bausteine „Beschilderung und Leitsysteme“, Radabstellanlagen“ und „Marketingmaßnahmen“ zu einem Gesamtkonzept für den Radverkehr erweitert. Bis Ende 2013 erfolgte die Fortschreibung zum Radroutenkonzept 2025 mit breiter Beteiligung der Öffentlichkeit. Das Verfahren wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Die beschriebenen zehn Hauptradrouten sollen bis zum Jahr 2025 realisiert werden und die Stadtteile mit der Innenstadt und untereinander sicher und komfortabel verbinden.

Zu den besonderen Meilensteinen zählen:

  • Die erste vom ADFC in Baden-Württemberg zertifizierte Radstation, die inzwischen um eine zweite Ebene auf insgesamt 375 Stellplätze erweitert wurde.
  • Flächendeckende, den aktuellen Richtlinien entsprechende Radwegweisung.
  • Die Anbringung mehrerer hundert Radabstellbügel in der Innenstadt und an den Schulen.
  • Die Querung an zwei wichtigen Kreuzungen von Hauptverkehrsstraßen durch Radstreifen in Mittellage zwischen Geradeaus- und Rechtsabbiegefahrstreifen (ein in Ludwigsburg lange umstrittenes Novum).
  • Zunehmender Einsatz von Schutzstreifen und vorgezogenen Aufstellbereichen für den Radverkehr.
  • Regelmäßige Runde Tische mit der Radinitiative Ludwigsburg und gemeinsame Aktionen wie z. B. themenbezogene Radtouren.
  • Intensive Öffentlichkeitsarbeit mit Rad-Aktionstag, Veranstaltungsreihen, Faltblatt zu Radrouten und Radkarte auf der Rückseite des amtlichen Stadtplans.
  • Bau eines Fußgänger- und Radstegs über die Bahn (Gieshaussteg).
  • Westportal am Bahnhof zur besseren Erreichbarkeit der Gleisanlagen (Durchbruch/Unterführung).
  • Freigabe von Einbahnstraßen.
  • Erfassung der Schulradwege aller weiterführenden Schulen und Veröffentlichung von Schulradwegplänen.

Insgesamt ist das empfohlene Radroutennetz in Ludwigsburg auf ca. 170 km angewachsen, wobei ca. 110 km eigenständige Radwege sind.

Stadt Ludwigsburg

RadTour

Stadt Ludwigsburg

Radstation

Stadt Ludwigsburg

Wegweiser

Aktuelle Handlungsschwerpunkte

Stadt Ludwigsburg

Die schrittweise Umsetzung des Radroutenkonzeptes mit möglichst umwegfreien und steigungsarmen Verbindungen stellt eine große Herausforderung dar, da die Hauptrouten für den Rad- und den Kfz-Verkehr in der Regel um knappe Straßenflächen konkurrieren. So wurde erst nach kontroverser öffentlicher Diskussion und mehrfacher Anpassung der Planung die Realisierung des „Radwegs Marbacher Straße“ beschlossen (östlicher Abschnitt der Route 2). In der knapp 2 km langen, vierstreifigen Straße können Radverkehrsanlagen nur mit Fahrbahnreduzierung auf zwei überbreite Fahrsteifen untergebracht werden. Zeitweilige Rückstaus gibt es bereits heute bei einer Verkehrsmenge von ca. 28.000 Kfz/24 h. Der Umbau soll ab Mitte 2017 beginnen und wird mit über 1 Mio. Euro veranschlagt. Gleichzeitig werden stellenweise Gehwege verbreitert und Bushaltestellen behindertengerecht umgestaltet.
Für weitere Routen laufen Vorplanungen, insbesondere zur Anbindung des Bildungszentrums West und des Stadtteils Eglosheim (Route 3). Die Untersuchungen werden von Maßnahmen des Parkraummanagements begleitet, um möglicherweise das Straßenparken neu zu ordnen und dem Radverkehr die notwendigen Flächen zur Verfügung stellen zu können.
Für einen Teilabschnitt der überlasteten Hauptradachse Oßweil – Innenstadt (Alleenstraße, westlicher Abschnitt der Route 4) wurde die Sperrung für den Kfz-Verkehr bis zu den Sommerferien 2017 beschlossen, um die geplante Einrichtung einer Fahrradstraße zu testen. Ist der Probelauf erfolgreich, bekommt die Stadt Ludwigsburg ihre erste Fahrradstraße.
In der Alleenstraße und der Marbacher Straße werden automatisierte Radzählstellen zur fortlaufenden Erfolgskontrolle der Maßnahmen eingerichtet.
Der Radwegeetat in Ludwigsburg wurde in den letzten Jahren auf jährlich 500.000 € erhöht. Für größere Einzelprojekte (Stege, Unterführungen) werden gegebenenfalls zusätzlich Sonderhaushaltsstellen eingerichtet. Zu weiteren Aufgaben zählen:

  • Überprüfen bestehender Radverkehrsanlagen gemäß Straßenverkehrsordnung.
  • Radabstellanlagen an Haltestellen, am Bahnhof und in den Stadtteilen.
  • Durchgängig befahrbare Neckarquerungen.
  • Weitere Durchstiche oder Überführungen im Bereich der trennenden Bahnanlagen.
  • Imagekampagnen und Aktionstage für den Radverkehr.
  • Betriebliches Mobilitätsmanagement und Elektromobilität.
  • Modellprojekt eines gemeindeübergreifenden Radschnellwegs.

Sehr beliebt sind die Ludwigsburger Radaktionstage mit Fahrradbörse. Behandelt werden Themen wie Gesundheitsförderung, die richtige Fahrradwahl, unabhängige Beratung zu Pedelecs bis hin zu praktischen Fahrübungen, Sicherheitstrainings und Reparaturkursen sowie verschiedenen Themenradtouren. Beteiligt sind dabei die örtliche Radinitiative, die Polizei, viele Vereine, Einrichtungen und Rad-Händler: Veranstaltungsflyer 2017.


Veranstaltungshinweis: Als das Fahrrad laufen lernte - 200 Jahre Fahrradgeschichte. Ausstellung im Staatsarchiv Ludwigsburg vom 22. März bis 29. Juni 2017. Näheres finden Sie unter https://www.landesarchiv-bw.de/web/61461.

 

 

Wie geht es weiter?

Die Stadt Ludwigsburg möchte zusätzliche Potentiale der Radnutzung im Alltags- und Freizeitverkehr dauerhaft durch koordinierte Öffentlichkeitsarbeit erschließen. Deshalb wirkt sie in der Arbeitsgruppe „Kommunikation“ in der AGFK-BW mit und wird auch weiterhin Veranstaltungen der „RadKULTUR“ durchführen.

Das Radroutenkonzept wird die laufende Arbeit bis 2025 und darüber hinaus entscheidend mitbestimmen. Um auch die Potentiale längerer Radstrecken auszuschöpfen und die Ziele des RadNETZ Baden-Württemberg umzusetzen, erfolgt die verstärkte Zusammenarbeit mit dem Landkreis und mit Nachbarkommunen.

Für die fortlaufende Bewertung der Qualität des vorhandenen Ludwigsburger Radwegenetzes sollen Indikatoren erarbeitet werden, um die Fortschritte nach einheitlichem Standard aufzeigen zu können. Dazu wird noch eine Studentin/ein Student gesucht die/der sich im Rahmen einer Bachelor- oder Masterarbeit mit dem Thema beschäftigt.

Parallel soll auch das Fußverkehrskonzept fortgeschrieben werden, um gesamtstädtische Prioritäten neu festzulegen. Einen wichtigen Teilaspekt stellt dabei eine umfassende Analyse der Verkehrssicherheit von Fußgängern auf der Grundlage von Unfallauswertungen dar. Ziel ist unter anderem, Komfort und Sicherheit eventuell durch innovative, kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zu fördern. Dieses Thema wird von der Universität Stuttgart mit betreut und Interessenten an einer Masterthesis finden hier nähere Informationen: http://www.iat.uni-stuttgart.de/lehre/studentische_arbeiten/pdf/SUE_Master_Fussgaengerfreundlichkeit_07022017.pdf.

Kontakt

Dr. Eckhard Nestmann
STADT LUDWIGSBURG
FACHBEREICH STADTPLANUNG UND VERMESSUNG
Team Ost, Radverkehrsbeauftragter
Wilhelmstraße 5
71638 Ludwigsburg

Telefon 07141 910-3398
Telefax 07141 910-2767
E-Mail: fahrrad@ludwigsburg.de
www.ludwigsburg.de