Stadt Leonberg

Eckdaten

  • 45.333 Einwohner
  • Gründungsmitglied der AGFK-BW

Was wurde bisher umgesetzt?

Radfahren in Leonberg soll attraktiver werden. Bereits seit Anfang der 90er Jahre verfolgt Leonberg das Ziel, den Radverkehrsanteil zu erhöhen. Basierend auf der 1992 erstellten Radverkehrskonzeption wurde ein Radwegeplan erarbeitet, mit dem Ziel flächendeckend für alle Fahrtzwecke eine gesicherte und zügige Radverkehrsführung zu ermöglichen, die in weiten Bereichen durch Tempo-30 Zonen führt.

Wurde mit dem damaligen Radverkehrskonzept noch eine Führung des Radfahrers durch sichere Tempo-30 Wohngebiete gefordert, so änderte sich Ende der 90er Jahre diese Zielsetzung mit dem Verkehrsentwicklungsplan. Ein Schwerpunkt lag nun auf der Führung des Radfahrers entlang von Hauptverkehrsachsen mit einer Belastung von über 10.000 Kfz/24 h, einer lückenlosen Wegweisung sowie der Realisierung von Fahrradabstellanlagen.

Im Jahr 2001 wurden die bislang gewonnen und größtenteils umgesetzten Erkenntnisse weiter fortgeschrieben. Mit dem sogenannten „Metron-Konzept“ wurde für die Hauptachse Brennerstraße/Leonberger Straße/Eltinger Straße/Grabenstraße (B 295) eine Neuaufteilung des Straßenquerschnittes entworfen, der entlang des gesamten Straßenverlaufs die Anlage von beidseitigen Radverkehrsanlagen vorsah. Infolge der zu erwartenden Veränderungen beim motorisierten Verkehr wurde dieses Konzept 2006 nochmals modifiziert. Diese Konzeption ist mittlerweile in Teilbereichen realisiert.

Einführung von Tempo-30-Zonen

Flächendeckende Einführung von Tempo-30-Zonen bereits 1988 und Festlegung des Vorbehaltsnetzes.

Öffnung von Einbahnstraßen

Freigabe annähernd aller Einbahnstraßen für Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung, sofern die geforderten Mindestbreiten vorhanden sind.

Absenkung von Randsteinen/Auffahrrampen

Sukzessive Randsteinabsenkungen bzw. Neubau von Auffahrrampen an allen radfahrerrelvanten Bereichen.

Abbau von Treppenanlagen

Neubau von Rampen an Treppenanlagen, falls die örtlichen Gegebenheiten dies zulassen, ansonsten Anbringung von Schiebemöglichkeiten.

Radroutenbeschilderung

Auf Grundlage des 1992 erstellten Radverkehrskonzeptes wurden in Leonberg Radrouten ausgewiesen und eine kostenlose Radroutenkarte herausgegeben. Im Zuge von Straßenneubauten im Jahr 2008 (u. a. Eröffnung des neuen Autobahnanschlusses Leonberg West, Verlängerung der Südrandstraße und Brennerstraße) wurden bestehende Routen zerschnitten und entsprechend verlegt. Die sich nun ergebenden Fahrradrouten wurden im Jahr 2009 festgelegt und gemäß den Empfehlungen beschildert.

Radverkehrsführung entlang der Stuttgarter Straße
Die Stuttgarter Straße als wichtige West-Ost-Verbindung im Zuge der Landesstraße L 1180 von Rutesheim über Leonberg nach Stuttgart, mit etwa 11 000 Kfz/24 h, verbindet die Wohngebiete rund um die Leonberger/Gerlinger Heide und den Engelbergturm mit der Stadtmitte. Der insgesamt etwa 2 km lange Streckenabschnitt weist Steigungen von bis zu 10 % auf.

2009 wurde der Ausbau der Stuttgarter Straße abgeschlossen. Es wurden auf beiden Seiten Gehwege angelegt, wobei der Radfahrer bergaufwärts auf einem gemischten Geh- und Radweg geführt wird. Der bergab fahrende, schnelle Radfahrer fährt im oberen Bereich auf einem Radfahrstreifen, der im weiteren Verlauf in einen Schutzstreifen übergeht.

Radverkehrsführung entlang der verlängerten Brennerstraße

Die verlängerte Brennerstrasse ist mit etwa 13 000 KFZ/24 h die wichtigste Ost-West-Verbindung im Zuge der Bundesstraße B 295 und zugleich Autobahnzubringer zum neuen Anschluss BAB Leonberg West. Im Bereich der 2008 für den Verkehr freigegebenen Verlängerung wurde für den Fußgänger und Radfahrer ein separat geführter gemeinsamer Geh- und Radweg geschaffen, der in das Leonberger Radroutennetz integriert wurde.

Fahrradfreundliche Lichtsignalanlage am Knoten Leonberger Straße/Schlegelstraße/Bismarckstraße
Hier kreuzt eine Radroute, die in Tempo 30-Straßen verläuft, die mit 9 000 KFZ/24 h belastete Leonberger Straße. An dieser Stelle besteht eine Fußgängerbedarfsampel. Durch das Überfahren von Induktionsschleifen etwa 15 m vor dem Knoten löst der Radfahrer eine Grünphase für seine Richtung aus und kann den Knoten in der Regel ohne Halt passieren. Für Kraftfahrzeuge, die von rechts kommen, ist eine Haltelinie vor dem Knoten markiert, so dass die Kreuzung nicht zugestellt wird.

Fahrradabstellanlage
Ausbau der größtenteils überdachten Fahrradabstellanlagen im gesamten Stadtgebiet und an allen S-Bahnhöfen (Leonberg, Höfingen und Silberberg).

Fahrradboxen am S-Bahnhof Höfingen
Erweiterung der Bike-and-Ride-Anlage am S-Bahnhof Höfingen durch Fahrradboxen.

Aktuelle Handlungsschwerpunkte

Pilotprojekt "Alternierende Schutzstreifen" in der Leonberger Straße

Die Stadt Leonberg beteiligt sich an dem vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr initiierte Pilotprojekt. Die Leonberger Straße (L 1141) gehört mit einem durchschnittlichen täglichen Verkehrsaufkommen von etwa 9.000 Kfz/24h zu den Hauptverkehrsachsen in Leonberg.

Sie weist in weiten Bereichen einen geradlinigen Streckenverlauf auf. Dieser wurde bislang mittels alternierender Parkstände unterbrochen. Mit der Anfang September 2010  getätigten Ausweisung alternierender Schutzstreifen wird der Fahrbahnquerschnitt optisch eingeengt. Die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit soll gesenkt und damit die Verkehrssicherheit erhöht werden. Gleichzeitig bietet sich der Stadt Leonberg nun die Möglichkeit den schon lange angestrebten Netzlückenschluss für den Radverkehr in Nord-Süd-Richtung zwischen Eltingen und Stadtmitte zu realisieren.

Für ein Jahr wird nun in einem Vorher-Nachher-Vergleich die Situation in der Leonberger Straße beobachtet.

Schaffung neuer Fußgänger- und Radwegeverbindungen auf dem Tunnel der A 81

Noch in diesem Monat wird mit den Bauarbeiten auf der alten Autobahntrasse zur Schaffung neuer Wege für Fußgänger und Radfahrer begonnen. Die beiden Stadtteile Blosenberg und Ramtel werden miteinander verbunden und Umwegfahrten entfallen.

Wie geht es weiter?

In enger Zusammenarbeit mit der Radwegekommission - der Vertreter aller Fraktionen des Stadtrates, aber auch ehrenamtliche interessierte Bürger (RadL) angehören – betreibt die Stadt Leonberg eine konsequente Radverkehrsförderung. Dabei setzt die Stadt Leonberg nun auch  auf den Erfahrungsaustausch mit anderen Mitgliedskommunen der AGFK, auf neue Impulse und die Teilnahme an Pilotprojekten.

Mit dem im April diesen Jahres beschlossenen Mobilitätskonzeptes soll in Leonberg eine nachhaltige Stärkung des Umweltverbundes bei gleichzeitiger stadt- und umweltverträglicher Abwicklung des motorisierten Verkehrs einhergehen. Es wurde ein Maßnahmenkatalog mit den Handlungsfeldern Leitlinien zur Stadtplanung, Mobilitätsmanagement, Bewusstseinsbildung zu Gunsten der Verkehrsmittel des Umweltverbundes und Weiterentwicklung des Fußgänger- und Radwegenetzes sowie ÖPNV erstellt. Die einzelnen geplanten Maßnahmen wurden priorisiert und werden nun Zug um Zug entsprechend der bereitgestellten Haushaltsmittel umgesetzt:

  • Erstellen von Planergrundsätzen bei Neu- und Umbauten, gleichwertige Berücksichtigung des Radverkehrs
  • Auslobung eines Wettbewerbes „fahrradfreundlichster Arbeitgeber in Leonberg“
  • Bildung einer Fahrrad-Mitfahrergruppe für Schüler – und Schülerinnen der 5. und 6. Klassen
  • Markierung von Schutzstreifen auf Hauptverkehrsstraßen

Kontakt

Stadt Leonberg
Belforter Platz 1
71229 Leonberg

Ansprechpartner:
Eberhard Wieland und Norbert Geissel
Tel.: 07152/990-3406 bzw. -3409
Fax: 07152/990-73421
E-Mail Herr Wieland: wie@leonberg.de
E-Mail Herr Geissel: ges@leonberg.de

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