Stadt Konstanz

Eckdaten

  • 84.290 Einwohner (Stand: 31.12.2015)
  • Beitritt zur AGFK-BW: Mai 2016
  • Anteil des Radverkehrs am Modal Split: 24 %

Was wurde bisher umgesetzt?

Foto: Gregor Gaffga, Stadt Konstanz

In Konstanz wird bereits viel Rad gefahren: Abstellanlagen am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium.

Im Dezember 2013 wurde der Masterplan Mobilität Konstanz 2020+ beschlossen. Dieser formuliert die Verlagerung des Verkehrs vom motorisierten Individualverkehr (MIV) auf den Umweltverbund (Fuß, Rad, Bus, Bahn) als Ziel. So soll der Radverkehrsanteil auf 28 % gesteigert werden. Neben strategischen Maßnahmen definiert der Masterplan Mobilität auch das Radverkehrsnetz mit insgesamt 11 Hauptradrouten.

Die Strategien aus dem Masterplan Mobilität und die darin vorgesehenen Hauptradrouten wurden im Handlungsprogramm Radverkehr auf die konkrete Maßnahmenebene für den Radverkehr heruntergebrochen. Auf Grundlage der gängigen Regelwerke wurden Qualitätsstandards für die unterschiedlichen Netzfunktionen definiert. Die heute bestehenden Radverkehrsanlagen wurden daraufhin analysiert und bewertet. Anhand der Qualitätskriterien wurden erforderliche Anpassungen im Radverkehrsnetz festgelegt. Neben kurzfristig umzusetzenden, kleinräumigen Maßnahmen wie z. B. der Beseitigung von Gefahrenstellen oder der Schließung von Netzlücken wurden auch fünf Entwicklungsachsen mit zentraler Bedeutung für den Radverkehr definiert. Diese Entwicklungsachsen benötigen eine Planung über alle Verkehrsarten und ggf. eine gesamthafte Neugestaltung des Straßenraums. Insgesamt umfasst das Handlungsprogramm Radverkehr Investitionen von 13 bis 23 Mio. € über 10 Jahre hinweg.

Seit einigen Jahren gibt es in der Stadt Konstanz einen Arbeitskreis Radverkehr, in dem Vertreter verschiedener Ämter der Verwaltung, die Polizei, die Verkehrsbetriebe, das Stadtmarketing, Verterter der Stadtratsfraktionen sowie Vertreter von Umwelt- und Verkehrsverbänden vertreten sind. Auf den vierteljährlichen Sitzungen werden aktuelle Planungen für die Radverkehrsinfrastruktur und Prioritäten in der Radverkehrsförderung diskutiert. Das Gremium bietet der Verwaltung die Möglichkeit, Input von Fachleuten des Radverkehrs abzuholen und bietet Raum, neue Themen an die Verwaltung heranzutragen. Auch bei der Erarbeitung des Handlungsprogramms Radverkehr war der Arbeitskreis Radverkehr intensiv eingebunden.

Aktuelle Handlungsschwerpunkte

Foto: Gregor Gaffga, Stadt Konstanz

Auf der Fahrradbrücke sind die meisten Radfahrer in Konstanz unterwegs.

Fortführung der Fahrradstraße rechtsrheinisch

Das Handlungsprogramm Radverkehr definiert den Handlungsbedarf bei der Rad-Infrastruktur in Konstanz. Als eine der ersten Maßnahmen wird die Verlängerung der Fahrradstraße auf rechtsrheinischer Seite geplant und 2017 umgesetzt:

Die meistbefahrene Radroute der Stadt Konstanz verläuft von der Schweizer Grenze durch den Stadtteil „Paradies“ über die Fuß- und Radbrücke durch Petershausen und teilt sich am Zähringer Platz auf in die Richtungen Universität und Staad/Fähre. Auf der Radbrücke über den Seerhein verkehren zu Spitzenzeiten bis zu 17.000 Radfahrer pro Tag. Linksrheinisch verläuft diese Route größtenteils in einer Fahrradstraße, die nun auch in Petershausen weitergeführt wird. Das ist das Ergebnis ausführlicher Untersuchungen mit Verkehrserhebungen, verschiedenen Verkehrsführungskonzepten, Ermittlung der Verlagerungswirkung und Leistungsfähigkeitsuntersuchungen. Es hat sich gezeigt, dass die Achse Petershauser Straße/ Jahnstraße auch als Fahrradstraße mit Freigabe für den Kfz-Verkehr den Ansprüchen der verschiedenen Verkehrsteilnehmer an den Straßenraum gerecht wird.

Foto: Winfried Kropp

TINK-Station mit Leih-Transportrad

TINK: Transporträder für alle durch öffentliches Mietsystem in Konstanz

Getränke holen, den Großeinkauf erledigen, mit Kind und Kegel zum Baden fahren - wo bislang häufig das Auto zum Einsatz kam, gibt es in Konstanz seit 2016 eine attraktive Alternative: öffentliche Transporträder, die einfach und kostengünstig gemietet werden können. Möglich wird das durch die Beteiligung der Stadt am bundesweiten Modellprojekt TINK – Transportrad Initiative Nachhaltiger Kommunen. Sie startete nebst der zweiten Modellstadt Norderstedt im letzten Sommer das größte Transportrad-Mietsystem in Deutschland.

25 stabile Transporträder an 13 Mietstationen stehen den Konstanzer Bürgern sowie den Gästen der Stadt für zunächst zwei Jahre zur Verfügung. Das Anmieten ist einfach und kostengünstig: Nach einmaliger Registrierung ist für die Nutzer täglich die erste Stunde der Anmietung kostenfrei, danach werden 1 Euro für jede weitere halbe Stunde berechnet. Stationen befinden sich in den Stadtgebieten Altstadt, Paradies und Petershausen-West in der Nähe von großen Wohnanlagen, möglichst auch mit Bezug zum öffentlichen Verkehr.

Nationale Projektpartner sind neben den beiden Städten die e-fect eG und die InnoZ GmbH. Betrieben wird das System von ‚fahrradspezialitaeten‘. Gefördert wird TINK von August 2015 bis Juli 2018 durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans 2020 (NRVP). Eine weitere Station mit zwei Fahrrädern wurde vom Konstanzer LAGO Shopping Center gesponsert.

Mehr Infos unter www.tink.bike

Ein weiteres öffentliches Mietradangebot ist ab 2017 in Konstanz geplant. Die Stadtwerke Konstanz wollen zunächst 150 reguläre Mietfahrräder an 15 Stationen ebenfalls im vollautomatischen System anbieten. Das System soll möglichst mit TINK harmonisiert werden, um den Nutzern den bereits bekannten Zugang zu bieten.

Wie geht es weiter?

Foto: Gregor Gaffga, Stadt Konstanz

Das Wegweisungssystem in Konstanz ist veraltet und wird überarbeitet.

Das Handlungsprogramm Radverkehr bietet die Grundlage für den Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr in den nächsten 10 Jahren. Es werden nicht nur Netzlücken geschlossen, sondern auch der Komfort beim Radfahren auf wichtigen Achsen verbessert. Im Bereich der Altstadt werden durch die schrittweise Umsetzung des Verkehrskonzepts Altstadtring („C-Konzept“) auch die Bedingungen für Radfahrer verbessern. Die Umsetzung von Mobilpunkten an Bahnhöfen und anderen Orten der Stadt wird das Fahrrad mit anderen Verkehrsmitteln – allen voran dem öffentlichen Verkehr – vernetzen und so den Umstieg vom MIV auf den Umweltverbund noch einfacher machen.

Parallel zur Weiterentwicklung der Infrastruktur ist die Entwicklung einer eigenen, wiedererkennbaren Marke für die Kommunikation zum Radverkehr geplant. Die Information und Kommunikation zu Radverkehrsthemen soll intensiviert werden. Damit sich Konstanzer und andere Radfahrer in der Stadt mit dem Rad einfacher orientieren können, wird derzeit ein neues Wegweisungssystem erarbeitet, das nach deutschem Standard flächendeckend in der Stadt vorhanden sein soll und auch die touristischen Routen integriert. Die Orientierung ebenfalls erleichtern wird ein Fahrradstadtplan in gedruckter und digitaler Form.

Bis zum Jahr 2026 will Konstanz als „fahrradfreundliche Kommune“ in Baden-Württemberg ausgezeichnet sein.

Kontakt

Stadt Konstanz
Amt für Stadtplanung und Umwelt, Verkehrsentwicklungsplanung
Untere Laube 24
78462 Konstanz

Ansprechpartner:
Gregor Gaffga
Tel.: 07531/900-994
Fax: 07531/900-526
E-Mail: gregor.gaffga@konstanz.de

www.konstanz.de