Stadt Friedrichshafen

Eckdaten

  • 61.506 Einwohner (Stand Juni 2018)
  • Gründungsmitglied der AGFK-BW

Was wurde bisher umgesetzt?

Seit im Jahre 1995 der Arbeitskreis Radverkehr gegründet wurde, dem neben der Verwaltung auch Vertreter von ADFC, Polizei und Jugendparlament angehören, kann Friedrichshafen auf vielfältige Verbesserungen für den Radverkehr zurückblicken. So wurde schon damals mit einem Ideen-Wettbewerb die Bevölkerung aufgefordert, Ideen einzubringen, die auf Machbarkeit geprüft und teilweise auch umgesetzt werden konnten. Aber auch schon zuvor konnte die Stadt ein umfangreiches Radwegenetz vorweisen. Der Bodensee-Radweg verläuft durch Friedrichshafen und bringt somit in der Hauptsaison täglich teilweise mehrere Tausend Radler zusätzlich in die Stadt.

Nachdem im Jahr 2000 vom Gemeinderat ein erstes Radverkehrskonzept (vom Schweizer Ing.-Büro Metron erarbeitet) beschlossen worden war und daraus viele, aber nicht alle Maßnahmen umgesetzt wurden, wurde in den Jahren 2011 bis 2013 vom Büro VIA (Köln) ein neues Radverkehrskonzept erarbeitet und im Juli 2013 beschlossen.

In Friedrichshafen wurden seit Beschluss des ersten Konzeptes zahlreiche Knotenpunkte zu Kreiseln umgebaut, was für Radler, die im Kreis mitgeführt werden, mehr Sicherheit gebracht hat. An Knotenpunkten konnten Annäherungsspuren und vorgelagerte Aufstellflächen markiert werden. Weit verbreitet sind auch Schutzstreifen, die teilweise beidseitig, teils jedoch auch auf beengten Abschnitten nur einseitig oder alternierend angelegt wurden. Außerdem wurden durch Veränderung von bestehenden Querschnittsaufteilungen und durch entsprechenden Umbau mehrere Radwege und Radfahrstreifen angelegt. Im sogenannten Schulquartier wurden Knotenpunkte komplett umgebaut, um das Tempo zu reduzieren und Queren sicherer zu machen. Im Zuge des Bodenseeradweges wurde die Schmidstraße auf einer Länge von1,6 km als Fahrradstraße ausgewiesen.

Für das sichere Abstellen der Fahrräder wurden im Stadtgebiet sowie an den Bahnhaltepunkten zahlreiche überdachte Anlagen mit Anlehnbügeln erstellt. Für bike and ride stehen zusätzlich an mehreren Orten Fahrradboxen zur Verfügung, die teilweise als Pfandboxen, teilweise aber auch als fest vermietete Boxen gehandhabt werden.

Seit Beschluss des neuen Konzeptes 2013 wurden viele weitere  Maßnahmen umgesetzt, worunter z. B. auch der komplette Umbau der Löwentaler Straße fällt, deren Querschnitt für beidseitige Schutzstreifen ausgelegt wurde. Auch die Großmaßnahme Umbau der Ehlersstraße zum Anlegen beidseitiger Radstreifen (unter Reduktion von Fahrstreifen), deren westliche Fortführung, die Keplerstraße, nun in 2018 in Bau ist, muss aufgeführt werden. Besonders hervorzuheben ist der Veloring, dessen erste Abschnitte im September 2017 eröffnet werden konnten. Hier wurde teilweise eine neue Verbindung für den Radverkehr geschaffen bzw. wurden vorhandene Abschnitte aufgewertet. Dabei wurde auch der Fußverkehr durch Anlage von neuen parallel verlaufenden Fußwegen berücksichtigt. Möglich wurden die neuen Abschnitte durch Nutzung einer weggefallenen Industriegleistrasse.

Neben den großen Baumaßnahmen kamen auch schon vor Verabschiedung des neuen Konzeptes verschiedene kleinere Maßnahmen zur Ausführung. So dienen sogenannte Trixispiegel, die an zahlreichen signalgeregelten Knotenpunkten angebracht wurden, zur Erhöhung der Sicherheit (Tote-Winkel-Problematik). Eher eine Frage des Radkomforts ist die Einführung des Ampelgriffes zu erwähnen, der flächendeckend an städtischen Knotenpunkten, an denen es möglich war, angebracht wurde.

In Friedrichshafen existiert eine umfangreiche Radwegweisung, die zusammen mit dem Bodenseekreis kreiseinheitlich nach FGSV-Standard eingeführt wurde und dabei Haupt- und Ergänzungsrouten abdeckt. Eine Hauptroute ist dabei der viel befahrenen Bodensee-Radweg.


Veloring mit Banneraktion zur Radverkehrssicherheit (Foto: Anja Köhler)

Durch die in den letzten Jahren vermehrt durchgeführten öffentlich wirksamen Aktionen zum Radverkehr, wie z. B. Brötchentüte zum Schulterblick oder die Nikolausaktionen mit Hintergrundthema Beleuchtung, rückt das Thema Radverkehr ebenfalls weiter in den Fokus. Bei der groß angelegten Eröffnung des Velorings im September 2017 kam die Bevölkerung in den Genuss eines Coffeebikes sowie von Fahrten mit Fahrradrikschas auf den neuen Abschnitten. Eine Banneraktion entlang des Velorings brachte Sicherheitsthemen zum Ausdruck.

Aktuelle Handlungsschwerpunkte

Aktuell besteht der Handlungsschwerpunkt auf der weiteren Umsetzung des Radverkehrskonzeptes. Hierzu gehören Maßnahmen wie z. B. weitere Querungshilfen (insbesondere an Übergängen von einseitigen gegenläufigen Außerortsradwegen  auf innerörtliche  Weiterführungen), die Schaffung neuer Wegeverbindungen im Außenbereich sowie weitere Knotenumbauten zu Kreisverkehrsplätzen. Außerdem steht die Verlegung eines Radweges aus dem Seitenraum auf die Fahrbahn auf der Agenda. Mehrere Fahrradstraßen warten auf ihre Anordnung, sobald die Randbedingungen geklärt sind.

Schwerpunkt wird insbesondere die Weiterführung des Projektes Veloring sein, für das die entsprechenden Planungen und Machbarkeitsstudien zu erstellen sind. Am Ende soll der Veloring mit einer Länge von rd.7 km im Halbkreis um die Stadt führen und dabei zahlreiche Schwerpunkte aus Arbeitsstätten (Großindustrie), Ausbildungsstätten (Fallenbrunnen mit Zeppelin Universität und DHBW) sowie Einkauf und Freizeit (Bodensee-Center und Sportpark) miteinander verbinden.

Für einen zentralen Bereich (Friedrichstraße) stehen auch für den Radverkehr Lösungen an, die im Zusammenhang mit einem Wettbewerb zum Uferpark zur Umsetzung kommen sollen. Hierfür ist die Rückstufung der noch als Bundesstraße gewidmeten Friedrichstraße zur Gemeindestraße erforderlich, was von der Fertigstellung der B 31 neu zum Jahresende 2020 abhängt.

Wie geht es weiter?

Von der Mitgliedschaft in der AGFK (als Gründungsmitglied) hat sich die Stadt einen weiteren Schub für den Radverkehr versprochen, da hierdurch das Thema weiter vorangebracht  werden kann. Zusammen mit anderen Städten ist es ja seit Gründung der AGFK schon gelungen, Themen voranzubringen, die ggf. alleine nicht umzusetzen gewesen wären, z. B. auch Neuerungen zu testen, die noch nicht in der StVO verankert sind. Gemeinsame Aktionen und auch gemeinsam erstellte Pressemeldungen oder Flyer tragen zur weiteren Steigerung des Themas Radverkehr bei.

Friedrichshafen ist nicht nur aber insbesondere auch als Stadt der weltgrößten Fahrradmesse Eurobike daran interessiert, den Radverkehrsanteil zu erhöhen, da damit die Lebensqualität weiter gesteigert werden kann. Der Radverkehr stellt im Umweltverbund einen wichtigen Baustein dar. So soll zu der flächendeckend eingeführten Busbeschleunigung auch flächendeckend eine funktionierende und attraktive Radverkehrsinfrastruktur geschaffen werden. Das hier vorhandene und teilweise auch sehr gute Angebot soll weiter ergänzt und verbessert werden. Gleichzeitig soll auch das Thema Fußverkehr berücksichtigt werden. Von neuen Wegen/ Verbindungen für den Radverkehr kann auch der Fußverkehr profitieren.

Keine Vision sollen die für den Veloring in einer weiteren Stufe vorgesehenen Hochtrassen bleiben, die an Stellen mit hohem Kfz-Verkehr den Radverkehr davon unabhängig über Knotenpunkte führen oder mittels Überquerung von Firmengelände eine Verknüpfung mit dem geplanten Radschnellweg FN - RV ermöglichen.

Mittel- bis langfristig soll das Thema Radverkehr auch durch die entsprechende Berücksichtigung im sich in Arbeit befindlichen Verkehrsentwicklungsplan noch weitere Unterstützung finden.

Kontakt

Stadt Friedrichshafen, Stadtbauamt
Charlottenstraße 12
88045 Friedrichshafen

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Hansjörg Röpnack
Tel.: 07541 / 203-4170
Fax: 07541 / 203-84170
E-Mail: h.roepnack@friedrichshafen.de

http://www.radverkehr.friedrichshafen.de/