Stadt Freiburg im Breisgau

Eckdaten

  • 227.000 Einwohner
  • Gründungsmitglied der AGFK-BW
  • Fahrradfreundliche Stadt (seit 2011)
  • Anteil des Radverkehrs am Modal Split: 34%

Was wurde bisher umgesetzt?

Foto: Hilsenbeck

Freiburger Altstadt mit Schwabentor

Freiburg hat durch eine konsequente Fahrradförderung seit über 40 Jahren erreicht, dass über ein Drittel (34 %) aller Wege innerhalb der Stadt mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Eingebettet ist diese Förderung des Radverkehrs in eine integrierte Stadtentwicklungs-, Verkehrs- und Umweltpolitik. Bestandteile sind z. B. die Abstimmung von Siedlungsentwicklung und Verkehrsplanung, die frühe Einrichtung einer großen Fußgängerzone, ein Märkte- und Zentrenkonzept zur Sicherung der Nahversorgung, die konsequente Verkehrsberuhigung und die intensive Parkraumbewirtschaftung. Gemeinsames Ziel dieser Bausteine ist eine nachhaltige Stadt der kurzen Wege, in der Verkehr möglichst vermieden, ansonsten mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln abgewickelt und der verbleibende Kfz-Verkehr verträglich geregelt wird. 

Seit den 70er Jahren wurde in Freiburg erheblich in den Radverkehr investiert und so einiges für die Lebens- und Umweltqualität getan. Das Radverkehrsnetz umfasst 420 km fahrradfreundlicher Routen (170 km Radwege und -streifen, 120 km Wald- und Wirtschaftswege und 130 km fahrradfreundliche Straßen wie Tempo-30-Zonen). Nahezu alle geeigneten Einbahnstraßen sind geöffnet, 14 Fahrradstraßen gewähren dem Radverkehr Vorrang. Die flächenhafte Wegweisung und der Freiburger Fahrradstadtplan erleichtern die Orientierung in diesem dichten Netz.

Foto: Garten- und Tiefbauamt

Rampe zur Ochsenbrücke

Rückgrat des Freiburger Radwegnetzes sind die quer durch die Stadt verlaufenden Rad-Vorrang-Routen, deren Ausbau 2013 mit dem Radkonzept 2020 beschlossen wurde. Seitdem wurden hier rund 8 Mio. € in 18 Maßnahmen investiert - gefördert vom Land Baden-Württemberg. Drei Vorrang-Routen werden derzeit als Pilotprojekte ausgebaut, zwei davon sind bereits in Betrieb. FR1 heißt der quer durch die Stadt in Ost-West-Richtung verlaufende Dreisamuferradweg mit einer Länge von derzeit 10km. Er wird laufend optimiert, um den bis zu 15.000 Radlern am Tag gerecht zu werden. So wurde 2008 an der Schnittstelle von Dreisamuferweg und Eschholzstraße eine Rampe zur Ochsenbrücke gebaut, um eine fahrbare Verbindung der beiden wichtigen Radachsen zu ermöglichen. FR2 ist die Route entlang der Güterbahn, sie verläuft auf bislang 4km in Nord-Süd-Richtung. Auch hier wurden in den letzten Jahren einige Lücken geschlossen und Abschnitte ausgebaut, hier fahren bis zu 4.000 Radfahrende am Tag. Auf der zentral gelegenen Wiwilibrücke wurden sogar bis über 17.000 Radfahrende gezählt.  

Ergänzt wird dieses Routennetz durch rund 9.500 Radabstellplätze, davon 5.500 in der Innenstadt, am Hauptbahnhof die Fahrradstation „mobile“ für weitere 1.000 Räder sowie 3.000 Radabstellplätze in den Stadtteilen und an Bike&Ride-Plätzen - hier stehen auch 35 Fahrradboxen.

So hat sich das Fahrrad in Freiburg längst zum selbstverständlichen und unverzichtbaren Verkehrsmittel entwickelt, das die Stadt nicht nur wesentlich von Lärm, Abgasen, Staus und zugeparkten Straßen entlastet, sondern seinen Nutzern auch eine umweltfreundliche und gesunde Fortbewegung ermöglicht. Sowohl ADFC als auch ADAC bescheinigen der Stadt Freiburg eine besonders große Fahrradfreundlichkeit, beim ADFC-Fahrradklimatest erreichte Freiburg in den Jahren 2014 und 2016 bundesweit den dritten Platz. Die 2009 und 2014/15 durchgeführte „Wirkungskontrolle Radverkehr“ des Landes hat ebenfalls viele gute Lösungen und Entwicklungen für den Radverkehr in Freiburg bestätigt.

Aktuelle Handlungsschwerpunkte

Foto: Gutzmer

Aktion Geisterradler

Handlungsschwerpunkte der kommenden Jahre sind die Schließung weiterer Lücken im Radverkehrsnetz, insbesondere der Ausbau der Rad-Vorrang-Routen, sowie die Erhöhung der Verkehrssicherheit und des Komforts - unter anderem durch Anpassung von Netzabschnitten mit älteren Radwegen an heutige Standards.
Arbeitsschwerpunkt ist vor allem die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Aufgrund einer systematischen Untersuchung der Radverkehrsanlagen werden kritische Stellen entschärft. Durch Öffentlichkeitsarbeit wird über sicheres Verhalten im Straßenverkehr informiert und dazu animiert. Ein Beispiel ist die Anbringung von Piktogrammen und Schildern, um das gefährliche Geisterradeln einzudämmen.

Foto: imove

Trixi-Spiegel

Um die besonders gefährliche Situation im „Toten Winkel“ eines Lkw zu entschärfen, hat die Stadt Freiburg rund 160 Trixi-Spiegel aufgehängt, die dem Lkw-Fahrer die Sicht auf den Bereich neben ihm ermöglichen. Das Vorhaben wurde vom Institut für Mobilität und Verkehr (imove) der TU Kaiserslautern wissenschaftlich begleitet und zeigt nach den ersten Auswertungen eine gute Wirkung. Ergänzend werden derzeit Aufkleber an LKW angebracht, um auch Radfahrende auf die Gefahren und entsprechendes Verhalten hinzuweisen.

Wie geht es weiter?

Foto: Gutzmer

Fahrradstraße Hindenburgstraße

Auf der Basis des 2013 beschlossenen Radkonzept 2020 werden seitdem vor allem - wie oben beschrieben - die Rad-Vorrang-Routen ausgebaut. Aber auch im übrigen Netz werden konsequent Schwachstellen beseitigt und Lücken geschlossen. Derzeit wird flächendeckend die Benutzungspflicht auf den Radwegen überprüft und in vielen Fällen aufgehoben.

Durch die Zielsetzung des Landes Baden-Württemberg, den Anteil des Radverkehrs zu verdoppeln, und durch die aktive Mitgliedschaft in der AGFK erhofft sich die Stadt Freiburg mehr Rückenwind für den Radverkehr im Land und in den Kommunen. Handlungsfelder sind dabei vor allem eine bessere finanzielle Förderung von Infrastrukturmaßnahmen, die Unterstützung durch eine landesweite Öffentlichkeitsarbeit, die Unterstützung von Pilotvorhaben und die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Ziel ist es, den Radverkehr in Freiburg weiter zu stärken und dabei insbesondere die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Kontakt

Stadt Freiburg im Breisgau
Garten- und Tiefbauamt
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg

Ansprechpartner:
Herr Dipl. Ing. Bernhard Gutzmer
(Radbeauftragter)
Tel.: 0761/201-4684
Fax.: 0761/201-4599
E-Mail: bernhard.gutzmer@stadt.freiburg.de

Informationen zum Radverkehr in Freiburg