Ich und die Anderen - Film und Broschüre

Wer kennt das nicht? Wir setzen uns ins Auto und uns fallen Radfahrer auf, die sich an keine Regeln halten. Als Radfahrer stören uns Fußgänger, die einfach auf dem Radweg flanieren. Als Fußgänger nerven uns Radfahrer, die Gehwege unsicher machen.

Der Film und die Wendebroschüre zum Perspektivenwechsel nehmen sich diesem Phänomen auf völlig neue Weise an und werben für ein gelasseneres Miteinander im Straßenverkehr. Zentrale Botschaft: Wer im Straßenverkehr für Andere mitdenkt, lebt sicherer und kann sich über nette Begegnungen freuen.

Bei den Bemühungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit kommt man stets zu einem Thema zurück: Rücksichtnahme. Durch mehr Rücksichtnahme kann man die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erheblich verbessern. Aber wie kann man mit dieser (nicht neuen) Erkenntnis ins Bewusstsein der Menschen vordringen und tatsächlich etwas ändern?

Perspektivenwechsel als Schlüssel

Die Wendebroschüre und der Film machen es sich zur Aufgabe mit Charme, Emotion und Andersartigkeit das Thema Rücksichtnahme zu vermitteln. Der Perspektivenwechsel fungiert dabei als Schlüssel. Denn oft ist es nur die Brille, die wir gerade aufhaben, die unser Urteil zu ein und derselben Situation höchst unterschiedlich ausfallen lässt. Sind wir gerade Radfahrer, sind Autofahrer und Fußgänger „die Bösen“. Als Fußgänger ärgern wir uns über Rüpelradler und Gehwegparker. Als Autofahrer sind wir bisweilen auch über einen Parkplatz im Halteverbot oder halb auf dem Schutzstreifen froh. Mit diesen Unachtsamkeiten, die teilweise noch nicht einmal böswillig sind, spielen Film und Wendebroschüre.

Das Broschürenkonzept

Die Wendebroschüre „Ich und die Anderen – Die Anderen und ich“ verkörpert das komplexe Thema Perspektivenwechsel schon auf den ersten Blick: Von der einen Seite gelesen, erzählt sie kritische Situationen aus Sicht der Radfahrer („Ich“), einmal umgedreht und gewendet erzählt sie die Situationen aus Sicht von Autofahrern und Fußgängern („die Anderen“). In der Mitte der Broschüre treffen sich „Ich und die Anderen“ und es werden Tipps für alle Verkehrsteilnehmer gegeben. Beim Kurzfilm handelt es sich um die Verfilmung der Broschüre. Ziel war eine moderne Version des „7. Sinn“.

Das Konzept für beide Produkte ist, die Handlungsfelder „Rücksicht“ und „Perspektivenwechsel“ mit Emotion und Witz zu kommunizieren. Das schwer fassbare Thema Verkehrssicherheit und die Wichtigkeit von Rücksichtnahme und Nachgeben (statt auf dem eigenen Recht beharren) werden auf ganz konkrete Situationen heruntergebrochen, die viele Menschen schon erlebt haben und damit leicht nachfühlen können. Fühlt man sich bei Betrachtung der Szenen „ertappt“, regen die klaren Botschaften zum Reflektieren des eigenen Verhaltens an. Die Machart und der Stil des Films und der Broschüre verhindern jedoch, dass eine Abwehrhaltung eingenommen wird.

Konkret werden kritische Situationen für alle Verkehrsteilnehmer aufgegriffen und Lösungsvorschläge gezeigt. Die Situationen wurden aus der Unfallstatistik abgeleitet und als Comic-Serie dargestellt.

Anwendung der Materialien

Im Rahmen der bisherigen Nutzung wurden folgende Kanäle bedient: Veröffentlichung via Pressemitteilung zum Sommerferienbeginn mit Tipps für einen entspannten Start in die Ferien, bei allen Aktionen zur Verkehrssicherheit, Verwendung der Comics auch separat, Vorfilm im kommunalen Sommerkino der Stadt Lahr, über Partner aus dem Bereich Schulen und Polizei, beim landesweiten RadCHECK der Initiative RadKULTUR BW.