19. Dezember 2013 16:57

Schwung für den Alltag, ein starkes Immunsystem und gute Stimmung: Wer im Winter aufs Rad steigt, kommt trotz Kälte und Gegenwind gesund durch die dunkle Jahreszeit.

Wer sein Fahrrad im Winter einmottet, ist selber schuld. Denn gerade in der kalten Jahreszeit hält das Radfahren fit, gesund und schön: Es stärkt das Immunsystem, verbrennt Kalorien und hebt die Stimmung.

Die ersten paar Minuten auf dem Sattel ist es möglicherweise noch eisig. Doch: „Der Wechsel zwischen dem Kältereiz beim Losfahren und dem Warmwerden beim Treten stärkt das Immunsystem und hat eine ähnlich positive Wirkung auf die körpereigenen Abwehrkräfte wie ein Saunabesuch“, sagt Sportwissenschaftler und Fahrradexperte Achim Schmidt von der Sporthochschule Köln. „Wichtig ist, dass man nach der Radtour trocken ist und nicht friert. Am besten hilft ein warmes Getränk, denn nicht jeder wird die Gelegenheit haben, auf der Arbeit heiß zu duschen.“

Trinken ist auch deshalb wichtig, weil der Körper im Winter beim Radfahren fast genauso viel Flüssigkeit verliert wie im Sommer. „Gerade bei kalter, trockener Winterluft müssen die Lungen die Luft stark anfeuchten“, erklärt Schmidt das Phänomen, dass der Körper auch ohne zu schwitzen und ohne Anzeichen von Durst austrocknet. Für längere Touren empfiehlt der Sportwissenschaftler deshalb, eine Thermoskanne oder einen Trinksack mit heißem Tee zu füllen und ausreichend daraus zu trinken.

Schnelles Treten bringt den Kreislauf in Schwung und sorgt für warme Füße. 70 bis 80 Umdrehungen pro Minute – also öfter als einmal in der Sekunde – verordnet der Sportwissenschaftler, wenn das Radfahren nicht nur bequemes Rollen sein, sondern auch einen Trainingseffekt haben soll. „Wer täglich 25 Minuten zur Arbeit fährt und das viermal in der Woche, tut seiner Gesundheit nachweislich Gutes“, sagt Schmidt. „Entscheidend ist aber nicht die Zeit, die man auf dem Sattel sitzt, sondern die Zeit, die man die Beine bewegt. Deshalb: leichten Gang einlegen und viel treten.“

Feststeht: Wer auch im Winter regelmäßig aufs Fahrrad steigt, tut nicht nur der Umwelt, sondern auch sich selbst einen Gefallen. Fünf gute Gründe fürs Winterradeln von Sportwissenschaftler Achim Schmidt im Überblick:

  1. Raus aus dem Wintertief: Bewegung an frischer Luft und im Licht wirkt stimmungsaufhellend.
  2. Training für die Abwehr: Die Kalt- und Warmreize stärken das Immunsystem.
  3. Ran an die Pfunde: Radfahren bei niedrigen Temperaturen verbrennt mehr Kalorien als im Sommer.
  4. Der Sonne entgegen: Der Körper braucht UV-Licht, um die Knochen mit stärkendem Vitamin D zu versorgen. Auch wenn im Winter nur wenig Haut unbedeckt ist: Die Netzhaut der Augen nimmt ausreichend Sonnenlicht auf – und das regt die Vitaminproduktion an.
  5. Rosige Aussichten: Die Gesichtshaut wird stärker durchblutet. Radfahrerinnen und Radfahrer sehen frischer und gesünder aus als Stubenhocker.

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