05. Juli 2016 13:51

Damit Menschen aufs Fahrrad steigen, muss eine Radkultur im Landkreis entstehen. Da waren sich die Teilnehmer des gemeinsamen AGFK-Talks des Landkreises Böblingen und der Stadt Sindelfingen einig. Landrat Roland Bernhard, Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer, Hermann Wagner vom VCD, Roland Schmitt vom ADFC, Hans Lutz, Präsident des Württembergischen Radsportverbandes und Anna Hussinger von der Geschäftsstelle der AGFK-BW diskutierten am Mittwoch, 29. Juni 2016, darüber, mit welchen Maßnahmen diese Kultur etabliert werden kann.

Für Landrat Roland Bernhard bedeutet Radkultur, dass der Radverkehr auf Augenhöhe mit dem Autoverkehr gebracht werden muss. „Der Landkreis Böblingen ist bundesweit als Auto-Landkreis bekannt, aber wir haben auch den Radverkehr im Blick und zielen auf integrierte Verkehrskonzepte für alle Verkehrsteilnehmer“, so Bernhard und verwies auf die niederländischen Nachbarn.

Fahrradfreundlicher Automobilstandort

Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer betonte: „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Bedingungen für die Radfahrer in Sindelfingen und im ganzen Landkreis Böblingen zu verbessern.“ Sindelfingen sei Automobilstandort und verfolge gleichzeitig das Ziel, noch fahrradfreundlicher zu werden.„Deshalb setzen wir uns dafür ein, die Voraussetzungen für ein sicheres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer zu schaffen.“

Keine Umwege für Radfahrer

Damit der Alltagsverkehr funktioniert, brauche es schnelle Hauptverkehrsachsen für den Radverkehr durch die Städte, so die Meinung von Roland Schmitt vom ADFC. „Um eine Radkultur in Stadt und Landkreis zu etablieren, müssen auch Bremsklötze beseitigt werden: Das heißt zum Beispiel, keine Umwege für Radfahrer und keine langen Wartezeiten an Ampeln“, wünscht sich Hans Lutz. Das Publikum aus interessierten Bürgern und lokalen Fahrradexperten unterstützte seinen Wunsch mit Applaus.

Zahlreiche Angebote für mehr Verkehrssicherheit

Insgesamt konnten die Verantwortlichen einige Anregungen mitnehmen. Unterstützung bei der Umsetzung kommt von der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW). „Die AGFK-BW bietet zahlreiche Angebote für ihre Mitgliedskommunen, die für mehr Sicherheit beim Radverkehr sorgen sollen,“ so Anna Hussinger von der Geschäftsstelle der AGFK-BW in Stuttgart. Mit den AGFK-Talks werde beispielsweise ein Stimmungsbild eingeholt und ein Podium für wertvollen Meinungsaustausch geschaffen.

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