07. September 2018 08:49

Auf einer Linie zu balancieren oder beim Blick über die Schulter sicher die Spur zu halten - das sind Fähigkeiten, die Kinder heute immer seltener haben. Um sie motorisch wieder fit zu machen, setzt sich die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad-freundlicher Kommunen Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW) für die Förderung des Radverkehrs ein. Denn radelnde Kinder haben eine bessere Motorik, bewegen sich sicherer und entwickeln sich eigenständiger – nicht nur im Straßenverkehr.

Kinder, die sich im Alltag viel bewegen, sind motorisch fitter als Kinder, die ihre Wege im Elterntaxi zurücklegen. Außerdem starten sie nach der morgendlichen Frischluftzufuhr aufgeweckt in den Unterricht. Studien zeigen: Eine gute Motorik führt zu einem niedrigeren Unfallrisiko und damit auch zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Das Fahrrad ist das beste Fitnessgerät für Kinder und bereitet beim Fahren Freude. Radfahren trainiert nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern auch die Wahrnehmungs- und Koordinationsfähigkeit.

In einer fahrradfreundlichen Kommune können Kinder sich schon früh selbständig auf ihrem Rad bewegen – ein großer Beitrag zur Selbständigkeit, zur Förderung der sozialen Kompetenzen und zur Stärkung der Psyche. Aus diesen Gründen setzt sich die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW), mit ihren Mitgliedskommunen dafür ein, Kindermobilität zu fördern.

Die SchulRadler

Nach den Sommerferien sind die Fünftklässler vielen neuen Eindrücken ausgesetzt. Auch ihr Weg zur Schule ist neu und fremd. Damit sie diesen Weg geschützt auf dem Rad erkunden können, hat die AGFK-BW gemeinsam mit einigen ihrer Mitgliedskommunen das Projekt SchulRadler entwickelt. Das Ergebnis: Ein Leitfaden inklusive den dazugehörigen Materialien zur Realisation des Projektes SchulRadler, der allen Interessierten zum Download auf der AGFK-Webseite zur Verfügung steht (http://www.agfk-bw.de/schulradler/).
Die Idee des SchulRadler-Projektes: Begleitet von geschulten älteren Mitschülern oder von Erwachsenen legen die neuen Fünftklässler in Gruppen zwei bis drei Wochen lang gemeinsam ihren Schulweg zurück. Die Gruppen treffen sich an festgelegten Haltestellen, sammeln unterwegs andere Kinder ein und fahren nach dem Unterricht wieder gemeinsam nach Hause. So erproben die Kinder unter Aufsicht ein sicheres Verkehrsverhalten und sind nach kurzer Eingewöhnungszeit in der Lage, den Weg selbstständig zurückzulegen.

Unterstützung und Tipps bekommen Kommunen, die mit dem Projekt beginnen möchten, auch von den Projektinitiatoren, den AGFK-Kommunen Esslingen, Filderstadt und Heidelberg. Die setzen zum Schulanfang bereits seit Jahren auf „SchulRadler“, um die Sicherheit für Schüler zu erhöhen. "Wir raten Neueinsteigern mit dem überschaubaren Pflichtprogramm zu starten. Wenn dann Routine eingekehrt ist, kann die Kür folgen, denn das SchulRadler-Projekt ist ein Prozess, der sich stetig weiter entwickelt," motiviert Sebastian Lenz von der AGFK-Geschäftsstelle.   

AGFK-Mitglieder machen sich für den Radverkehr stark

Auf sechs Weiterbildungsveranstaltungen pro Jahr sowie in zahlreichen Arbeitsgremien erarbeiten und diskutieren die AGFK-Mitglieder Maßnahmen, um den Radverkehr vor Ort sicher und nutzerfreundlich zu gestalten. Wichtige Ergebnisse werden in Fachbroschüren festgehalten.

Im Rahmen der AGFK-Verkehrssicherheitskampagne „Tu’s aus Liebe“ entstanden zahlreiche Kommunikationsmaterialien, die für ein rücksichtsvolleres Miteinander im Straßenverkehr werden.

Weiterführende Informationen:

Die SchulRadler – Leitfaden für Schulen und Kommunen:
http://www.agfk-bw.de/schulradler/ (Download in der rechten Spalte)

Radschlag – Projekte zur Radverkehrsförderung bei Kindern: http://www.radschlag-info.de/radschlag_start.html

KIGGS-Studie: http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Kiggs/Basiserhebung/Ergebnisbrosch%C3%BCre.pdf?__blob=publicationFile

Motorik-Modul der KIGGS-Studie: http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/motorik-modul,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

Studie der Unfallforscher „Kinder radeln immer schlechter“: http://www.gdv.de/2009/08/kinder-radeln-immer-schlechter-udv-studie-deckt-schleichende-gefahr-durch-psychomotorische-schwaechen-auf-100-000-euro-fuer-radfahrausbildung-in-den-jugendverkehrsschulen/

Gib Acht im Verkehr, Medien zur Verkehrsprävention: http://www.gib-acht-im-verkehr.de/0006_medien/kinder_01.htm

Bildmaterial & Film:

Fotos: http://www.agfk-bw.de/presse/pressebilder/

Film: https://www.youtube.com/watch?v=aYup8vKAjJM

Die AGFK-BW e. V.

Die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW) ist ein Netzwerk von mehr als 70 Städten, Landkreisen und Gemeinden. Unterstützt und gefördert vom Land, wollen die Kommunen das Radfahren als selbstverständliche, umweltfreundliche und günstige Art der Fortbewegung fördern, mehr Menschen sicher aufs Rad bringen und ihnen die Freude am Radfahren vermitteln. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die nachhaltige Mobilitätserziehung von Kindern und Jugendlichen.

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