21. Mai 2014 09:38

In der Studie „Mobilität 2030 Tübingen“ hat das Institut für Mobilität & Verkehr der TU Kaiserslautern unter anderem untersucht, wie viele Kosten, wie viel CO2-Einsparung und wie hohe Akzeptanz welche CO2-Minderungsmaßnahmen hervorrufen.

Eins der Ergebnisse: Radverkehr zu fördern, reduziert zwar weniger CO2 als beispielsweise ein optimiertes Parkraummanagement – aber die Bürger akzeptieren dieses Instrument erheblich mehr. Wenn Kommunen das Parken in der Stadt oder Gemeinde regulieren und verteuern, können sie bis zu etwa 12.000 Tonnen CO2 im Jahr sparen, ohne dass das ihren Haushalt groß belastet, eher im Gegenteil. Maßnahmen sind beispielsweise höhere Parkgebühren, mehr Park & Ride im Umland, weniger Langzeitparken und mehr Parkraumbewirtschaftung. Viel CO2-Einsparung, keine Belastung für den Haushalt – das klingt erst einmal gut. Das Problem ist nur die geringe Akzeptanz in der Bevölkerung. Verwaltung und Politik machen sich mit solch einer Art des Parkraummanagements selten beliebt.

Das sieht bei der Radverkehrsförderung komplett anders aus. Wenn Kommunen für bessere Fahrradrouten und für bequemes Fahrradparken sorgen, die Verkehrssicherheit erhöhen und die Kombi Fahrrad/Bus und Bahn fördern, lassen sich gemäß der Studie „Mobilität 2030 Tübingen“ zwar nur knapp 4000 Tonnen CO2 im Jahr einsparen. Die Belastung des kommunalen Budgets liegt im Mittelfeld.

Doch dafür werden die Städte, Kreise und Gemeinden, die mehr für den Radverkehr tun wollen, selten auf Widerstand bei den Bürgern treffen. Radverkehrsförderung ist damit Klimaschutz für die Bürger, mit den Bürgern – und nicht gegen ihren Willen.

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