05. April 2017 08:53

Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick berichtet im AGFK-Interview, welche Ziele die Stadt Bruchsal mit dem Beitritt zum Netzwerk verfolgt, wann sie ihr erstes Rad bekam und warum dem Fahrrad die Zukunft gehört.

Wann haben Sie Ihr erstes Fahrrad bekommen?

Mein erstes Fahrrad habe ich in der Grundschule bekommen. Am Wochenende machten wir mit der Familie Radtouren mit Picknick – das war Klasse.  

Was für ein Radel-Typ sind Sie?

Ich bin eine typische Tourenradlerin und habe schon einige Radreisen gemacht, z. B. durch Polen, Irland und Vietnam.  Am Wochenende genieße ich aber auch Touren durch den Kraichgau.

Jetzt mal ehrlich: Können Sie einen Platten reparieren?

Also theoretisch schon, aber ich muss zugeben, dass das dann doch eher mein Mann übernimmt oder wir das Fahrrad zum Fachmann bringen.

Welchen Vorteil hat das Rad für Sie im Alltag?

Das Fahrrad ist ein vollwertiges Transportmittel und gerade im Stadtverkehr oft die schnellste Möglichkeit der Fortbewegung. Gerade in der Rush-Hour bringt eigentlich nur das Fahrrad richtig Spass, weil alle anderen mehr stehen als fahren.

Welche besonderen Ereignisse zeichnet die Fahrradgeschichte Ihrer Kommune aus?

Spontan fällt mir da die Öffnung der Fußgängerzone für das Radfahren in 2013 ein. Das war tatsächlich ein Quantensprung für die Förderung des innerstädtischen Radverkehrs und für die Verbesserung des „Radklimas“ in der Stadt. Etliche besorgte Stimmen wegen angenommener Unfallrisiken sind mittlerweile verstummt. Ich bekomme seither weit überwiegend positive Rückmeldungen aus der Bürgerschaft.

Ein weiteres wichtiges Ereignis war der Beschluss des Radverkehrskonzepts durch den Gemeinderat im Sommer letzten Jahres. Mit dem ebenfalls beschlossenen Maßnahmenkonzept mit einer Investitionssumme von 9,5 Mio. Euro hat sich die Stadt das ambitionierte Ziel einer Fahrradfreundlichen Stadt gesetzt: eine Stadt also, in der man seine Ziele sicher und schnell erreicht und in der es auch Spaß macht, Rad zu fahren.

Was möchten Sie für die Radfahrer in Ihrer Kommune erreichen?

Mit dem bereits erwähnten Radverkehrskonzept  werden umfangreiche Investitionen in sichere und komfortable Radwege ausgelöst, aber auch in zeitgemäße Radabstellanlagen, vor allem an Mobilitätsknotenpunkten wie Bahnhöfen oder Stadtbahnhaltestellen. Wir wollen das „Radklima“ in unserer Stadt deutlich erhöhen. Das Fahrrad soll für innerstädtische Wege als eine klare Alternative zum Auto erkannt werden.

Was erwarten Sie von der Mitgliedschaft in der AGFK-BW?

Wir profitieren in dieser baden-württembergischen Organisation vom Know-how anderer Kommunen, die bereits eine größere Wegstrecke hin zur Fahrradfreundlichen Kommune zurück gelegt haben. Außerdem ist sie eine wirkungsvolle kommunale Interessenvertretung gegenüber Land und Bund.

Warum gehört dem Fahrrad die Zukunft?

Fahrradfahren entspricht dem Trend der Zeit. Radfahren ist gesund: Bewegung tut gut, vor allem an der frischen Luft. Radfahren ist aber auch emotional und haptisch: wir nehmen unsere Umgebung und die Stadtgesellschaft viel unmittelbarer wahr. Radfahren hat aber auch weitere unschlagbare Vorteile: wir kommen innerstädtisch schnell und vor allem unmittelbar ans Ziel, wir sind unabhängig von Fahrplänen und Parksuchvorgängen und verglichen mit den Investitionen den Kfz-Verkehr sind Ausgaben für den Radverkehr verhältnismäßig sparsam. Aber vor allem: Radfahren macht Spaß!

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