Pilotprojekt Radschulwegplan

Eigentlich liegt es auf der Hand: eine Schulradwegplanung von Schülern für Schüler. Denn wer weiß besser als die Schülerinnen und Schüler selbst, wo es bei der Sicherheit auf den Radwegen rund um die Schulen hapert?

Vorbildprojekt in Bietigheim-Bissingen

Foto: Ali Schueler

Möglich wurde das Pilotprojekt „Radschulwegplan“ durch das gute Beispiel der Ellentalgymnasien in der AGFK-Mitgliedskommune Bietigheim-Bissingen. Diese gründeten 2011 unter Beteiligung der Schüler, Eltern, Lehrer und der Schulleitung eine Arbeitsgemeinschaft Radschulwegplan. Ziel war es, die Schüler zum Radfahren zu animieren und sichere Verbindungen zwischen der Schule und den Wohnorten der Schüler zu schaffen. Entscheidend für den Erfolg des Projekts war die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL), das für die Schulen ein technisches Verfahren zur Erstellung eines Radschulwegplans entwickelte. Grundlage ist ein webfähiges Geoinformationssystem (WebGIS), mit dem Schülerinnen und Schülern ihre täglich gefahrenen Radschulwege auf sehr einfache Weise am PC virtuell nachvollziehen, digital erfassen und auf Problemstellen entlang ihres Schulweges aufmerksam machen können. 

Ziel des Pilotprojektes 2013

Das Land Baden-Württemberg will diese Technik ab 2014 allen Schulen in Baden-Württemberg zur Verfügung stellen. Im Rahmen des diesjährigen Pilotprojekts mit Unterstützung von rund 15 AGFK-Kommunen und über 40 Schulen werden die Instrumente erprobt und weiterentwickelt.

Schritte zum Radschulwegplan

  • Alle machen mit: Für den reibungslosen Ablauf des Projektes ist es wichtig, dass alle Beteiligten vor Ort gemeinsam an der Realisierung des Projektes mitwirken. Wichtige Beteiligte sind die Kommune, die Schulleitung, die Eltern, die Schülerinnen und Schüler sowie die Polizei.
  • Schüler- Befragung zum Mobilitätsverhalten: Bevor die eigentliche Radschulweg-Erfassung beginnt, wird das Mobilitätsverhalten der Schülerinnen und Schüler analysiert. Dafür stellt die AGFK-BW ein Online-Befragungstool bereit und die Lehrer koordinieren die Teilnahme an der Befragung ihrer Schüler in ihren Klassen. Die AGFK-BW wertet die Ergebnisse aus und stellt die Ergebnisse anschließend zur Verfügung.
  • „Hausaufgabe“: In dieser Projektphase beginnt die eigentliche Befragung zu den Radschulwegen. Analoge Kartenauszüge und Tabellen werden den Schülern von ihren Lehrer ausgehändigt – als Hausaufgaben erfassen Sie dann ihre Radschulwege und die Problemstellen auf Papier. Zusätzlich können die Schüler auch Fotos der Problemstellen machen.
  • Digitale Erfassung am Computer: Mit dem webfähigen Geoinformationssystem (WebGIS) tragen Schülerinnen und Schülern ihre täglich gefahrenen Radschulwege auf sehr einfache Weise am PC ein, beschreiben die Problemstellen und laden Fotos hoch. Auch Verbesserungsvorschläge zum Schulweg können gemacht werden.
  • Auswertung: Die von den Schülerinnen und Schülern erfassten Daten werden am Schluss durch das Landesamt für Geoinformation und Landesentwicklung quantitativ und qualitativ ausgewertet. Daraus entsteht der Radschulwegplan.
  • Verbesserung der Radschulwege: Nach der Fertigstellung des Plans hat die Kommune die wichtige Aufgabe, einen Maßnahmenkatalog zu entwickeln und Verbesserungsmaßnahmen zur Behebung der identifizierten Problemstellen durchzuführen. So wird die Verkehrssicherheit auf dem Schulweg verbessert.

Die Partner

Das erweiterte Pilotprojekt wurde vom Landesbündnis ProRad angestoßen und  gemeinsam vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur, vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, vom Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik, vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, vom Innenministerium und vom Landesamt für Geoinformation und Landesentwicklung begleitet und unterstützt und mit der AGFK-BW als Praxispartner durchgeführt. Die Befragung zum Mobilitätsverhalten wird in Zusammenarbeit mit dem Büro für Forschung, Entwicklung und Evaluation (bueffee) durchgeführt.

Teilnehmende AGFK-Kommunen

  • Böblingen
  • Filderstadt
  • Friedrichshafen
  • Göppingen
  • Heidenheim
  • Karlsruhe
  • Kirchheim u. T.
  • Lörrach
  • Ludwigsburg
  • Ravensburg
  • Stuttgart
  • Tübingen
  • Ulm
  • Villingen-Schwenningen